Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Page 109
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Yb. basa sich anstrengen, vgl. auch baslaj, jqkull (Þórir j.),
nvjndull (Nikulás m.), skykull (Auðunn sk.), þqngull (Þor-
grimr þ ), yngull Ingjaldr 9., Loðinn 9. u. a.).
§ 119. Mit -um werden viele Adverbia gebildet; es ist
dies die Dat. Pl. Endung:
bráðum, drjúgum, endrum, jlkjum, gqgnum, at heyrum,
lengstum, lengrum, millum, óðum, stórum u. a.
§ 120. Das Suffix -und im Isl. hat verschiedenen Ur-
sprung:
1) Teils geht es zuriick auf urg. -unþi (das aus einem -ti
mit vorangehendem, betonten sonantischen n entstand,
vgl. z. B. ags. dugoþ, F. Jugend): hqrund (aisl. meistens
N., neuisl. N.) die (innere) Haut (germ. *harund-, lat.
caro), leikund (neuisl.) der oberste Halswirbel (zu leikaj,
skynjund (neuisl.) Sinnenbild (zu skynjaj, tegund, ligund
Stellung, Art (vgl. isl. tign, tiginn), vilund Kenntnis (zu
vita), verund (neuisl.) Existenz, Dasein (zu veraj, yjund
Neid (vgl. ahd. abunst).
Mit Ausnahme von hqrund sind alle diese Wörter Fe-
minina; die neuisl. Wörter sind analog. Neuschöpfungen.
Hierzu: Jqlund eine Insel im Kristianiafjord, Selund =
Seeland,1) Sólund Name einer Insel in Norwegen.
2) átiund (neuisl.) Oktave, einund (neuisl.) Prime (mus.),
fimmund (neuisl.) Quint, jjórðund (neuisl.) Quart, fimmt-
und (neuisl.) = fimmund, níund Anzahl von neun, sext-
und (neuisl.) Sext (mus.), sjaund Anzahl von sieben,
tíund ein Zehntel, þriund (neuisl.) Terz (mus.).
Die neuisl. Wörter sind analog. Bildungen nach
sjaund, níund, die auf urnord. *sibun-iðu, *niun-iðu
zuriickgehen.
Bisund (misl.) eig. byzantinische Goldmiinze (frz. be-
sant) und prísund Gefángnis (frz. prison) sind Lehn-
wörter.
3) þúsund, N. Tausend ist aus þús-hund entstanden (das
starke Hundert).
§ 121. -nnd(u)r ist das Suffix einiger Masculina wie:
hqjundr Urheber, Verfasser (- vgl. haf in upphajj, verundur
1) Vgl. M. Olsen: Stedsnavne-Studier. Kristiania 1912, 62.