Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Blaðsíða 110
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(tieuisl.) Wesen (zu veraj; visundr Bison (ahd. wisant, idg.
wiso- = Geruch, Gestank) ist Lehnwort, ebenso drómundr
Kriegsschiff (afr. dromon).
Von Eigennamen kommen vor: Hqfundr, jQrundr (zu jara
Kampf), Sœmundr, VQlundr (der beruhmte Sagenschmied,
spáter in der Bedeutung Schmied, Kiinstler),1 2) ÖnundrJ)
§ 122. Die Suffixe -nng, >unga, -ungi, -ungr
sind entslanden durch Zufiigung des Suffixes -ga an einen
n-Stamm und stehen im Ablautsverháltnis zu -ing (§ 54).
Die Bildungen auf -ung bezeichnen sowohl Konkrcta (leben-
de Wesen oder Dinge mit der Eigenschaft, die im Haupt-
worte liegt; Zusammengehörigkeit mit oder Herkunft; Dimi-
nutiva) oder Abstrakta und werden sowohl von Adjektiva
und Substantiva wie Verba gebildet.
Es kommen vor auf -ung u. a. folgende Feminina: brýð-
ung Hastigkeit (zu bráðrj, brœðrung = bræðrunga (§ 123),
djqrfung Mut (zu djarfr), hýltung Gefahr (zu hátt- in hœtla,
F), liýðung Verhöhnung, Beschámung (zu hýð, F.), hœtlung
(neuisl.) Gefahr (vgl. aisl. hœlting), hqrmung Kummer, Be-
tri'tbnis (vgl. harmr), ísung (neuisl.) Glatteis (vgl. aisl. ísungr
als Beiname), launung Geheimnis (zu launj, lausung Leicht-
sinn (zu laussj, nauðung Zwang (vgl. nauðrj, nýjung Neue-
rung (zu ngr), óðung (neuisl.) eilfertige Abfertigung (in der
Verbindung koma e-u til óðungar etwas in Eiie abfertigen,
Mýrdalur), sundrung Zwiespalt (vgl. sundr, sundra), systrung
= systrunga § 123, verðung (poet.) Fiirstenschar, Hofleute
(ags. weorðung), þriðjung (neuisl.) Drittel (= aisl. þriðjungr).
§ 123. Auf >unga kommen vor:
brœðrunga weibliches Geschwisterkind váterlicher Seite,
systrunga Geschwisterkind mutterlicher Seite, Sturlunga abge-
kúrzte Form der Sturlungasaga.
§ 124. Auf -rxng-i kommen vor u. a.:
hœlungi (neuisl.) Ass, Zweier und Dreier der Wúrfel in
einem Spiele (dánumannstafl, zu hæll Ferse), nýungi Ver-
wandter (auch nángi, nýungr, nángr zu germ. *nehwa-),
pillungi (neuisl.) kleiner Knabe (aisl. piltungr, zu piltr), rubb-
1) Vgl. J. Löwenthal in Arkiv 38, 216.
2) Uber die Erklárung dieses Wortes vgl. A. Noreen in NoB. 1913, 145 ff.