Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Side 111
iii
Ungi (neuisl. aueh rubbungurj schwerer und plumper Mann
(vgl. fáröisch rubbuttur rauh, uneben, isl. rúfinn mit strup-
pigem Haar), sýslungi (neuisl.) vom selben Bezirk (sýslaj,
sveitungi vom selben Landeskreis (sveii, aisl. sveitungr), Slétt-
ungi (neuisl.) Bewohner von Slélta (Melrakkaslélta), Svein-
ungi (Personenname).
§ 125. -ung(u)r (vgl. -ing(u)r § 57) ist ein weitver-
breiteles Suffix und bezeichnet sowohl Abstrakta wie Kon-
kreta; die Wörter auf -ung(u)r sind auf verschiedene Weisen
gebildet:
1) -ung(u)r bezeichnet die Eigenschaft des Grundworts.
a) Von Adjektiva sind z.B. abgeleitet: dumbungur (neuisl.)
trtibes Wetter (zum Adj. dumbr), graðungr Stier (vom
Adj. graðr nicht verschnitten, vgl. isl. griðungr zu
*grið- in isl. gríð, F. Heftigkeit), nýungr Nachbar
(= nýungij, rummungur (neuisl.) grosser Dieb, auch
römmungr (áltere Form, zu ramfmjr, vgl. zu rumm-
ungur auch isl. rumur und raumur dicker Mann),
síðungur (neuisl.) spát geborenes Tier (zum Adv. síð,
vgl. got. seiþs), skqfnungr Schwert (zum Partic. skaf-
innj, qldungr alter Meusch.
Komposita wie: betrfeðrungr besser als der Vater,
verrfeðrungr schlechter als der Vater.
b) Von Zahlwörtern sind abgeleitet: fjórðungr ein Vier-
tel, fimmtungr ein Fúnftel, séltungr ein Sechstel (vgl.
auch neuisl. sexlungr Sextant), tolftungr ein Zwölftel,
þriðjungr ein Drittel.
c) Von Subsíantiva sind z. B. abgeleitet: bútungr (neuisl.)
kleiner Fisch, der, ohne gespaltet zu werden, gesalzen
wird (zu bútur, aisl. butr kurzes Holzstúck), fjqrsungr
PetermánncheD, trachinus draco (vgl. adán. fjersing
< *ferhs-unga, gr. néqy.r} Barsch), gýrungr scherz-
hafter Mann (gár, N. Scherz), glerungur (neuisl)
stark gefrorenes und glattes Eis (zu gler, N.), got-
ungur (neuisl.) laichender Fisch (zu gota, F. Rogen),
hnöllungur (auch hnullungur, neuisl.) Rolistein (vgl.
hnallurjf) hqmlungr eine Art Fahrzeug (zu hamla,
F.), klóungur (neuisl.) eine Art dunkelfarbiges isl.
Moos (zu kló, F.), klumpungur (neuisl.) klotzige Ge-
1) Vgl. Verf.: Um frumnorræna tungu. Festschr. f. E. Mogk S. 379.