Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Qupperneq 15
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die Þræll und Þór gebaren: Lútr ok Leggjaldi — I$guðu
garða —, ist daher vom Verbum leggja gebildet.
Ribbaldi ist ein Fremdwort und uljaldi entspricht bekannter-
weise dem got. ulbandus, ahd. olbanto.
§ 12. -ald(u)r. Zu unterscheiden sind Masculina und
Neutra. — Masculina: apaldr, pataldr (Fr.), faraldr (Lex.
poet.), gapaldur, rgsjaldur (S. Bl.). Personennamen wie:
Arnaldr, ímaldr.
Neutra: Bataldr, sjáldr, snjáldr.
Apaldr Apfelbaum heisst ags. apulder, vom Stamme apl-
in Apfel, vgl. isl. apalgrár apfelgrau; das Suffix in diesem
Worte hat daher ursprúnglich die Form -dra gehabt, das
auch in verschiedenen Pflanzennamen in den germ. Sprachen
vorkommt wie z. B. ahd. holuntar, ags. mapulder u. a.
Paialdr Ivampf entstammt dem frz. bataille und ist isl. um-
gestaltet worden in Anlehnung au die Wörter auf -aldr.
Faraldr kommt zuerst in einem anonymen Gedicht aus
dem Anfang des 13. Jh. vor:
faraldr heitik,
ferk of aldar kyn,
emkat sættir svika —;
faraldr hat demnach elwa die Bedeutung: Unglúcksbringer
und eine varians lcctio hat fárvaldr. Doch scheint faraldr,
das im Isl. gewöhnlich Epidemie bedeutet, die ursprúngliche
Form zu sein und ist daher Weiterbildung des farald, § 10
-- ags. færeld, færelt.
Gapaldur und rysjaldur sind Neubildungen in der Sprache;
gapaldur bedeutet magisches Zeichen und wird beschrieben
in Jón Árnason: Þjóðsögur og æfintýri. Leipzig 1862, I, S. 451 f.
Dies Zeichen wird auch gapandi genannt und gapaldur ist
daher vom Verbum gapa gáhnen abgeleitet.
Rysjaldur ist ein unruhiger, auffahrender Mensch, vgl.
rysjóttur und rysjujenginn, rysjugur launisch; vgl. norweg.
dial. rusa vorwárts stúrzen, altdán. ruse lármen, holl. roezen
sausen, brausen, vgl. nhd. rauschen und isl. rusk, N. Lárm.
Bataldr ist der Name einer Insel im Söndfjord in Nor-
wegen und wird in den Þulur (Bemsen) in Snorra-Edda
unter den Bezeichnungen fúr Inseln aufgezáhlt.
Sjáaldur (sjáldrj, N. bezeichnet den Augapfel und ist
vom Verbum *sehwan abgeleitet: *sehwaldra > *sehaldra
> *sehaldr > sjáldr. Snjáldur /snjáldr, bisweilen auch