Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Page 18
18
Kelt., ir. breacan = Decke aus Tartan). Ein isl. brekan
ist gewöhnlich aus mehreren Farben gewoben, das kelt.
breacan hatte auch mehrere Farben. Grjúpan scheint
zum Vb. norw. grupa (in West-Telem. grjupe) grob
malen, zerknirschen, zu gehören, idg. Wz. ghrubh-, vgl.
isl. grjón (urspr. grober Sand) und ahd. griupo = nhd.
Griebe. Organ, altnorw. organ, mnd. organ, entstammt
dem mlat. organum. Saffran, mnd. saiTerán, ist ein urspr.
arabisches Wort záfarán. Fargan ist von farg, N. Er-
dri'ickung, abgeleitet, gaman ist ein gemeingerm. Wort
(as. gaman, ags. gamen), wáhrend líkan eine Neubil-
dung ist.
3) Hierzu gesellen sich verschiedene Personennamen und
Beinamen meistens keltischen Ursprungs; Personen-
namen wie: Bjólan, Dujan, Garan, Iíjaran, Kjartan,
Knakan, Koðran, Kýlan, Makan. Beinamen wie: bekkan
(Björn b.: ir becán, beagán, der kleine), bjólan, jeilan
(óláfr feilan, ir. Diminut. von fael, Wolf), jjatan (Þor-
steinn fjatansmunnr in Orkneyingas., ir. fetán, pfeifen),
hnokkan (Áskell hn. in der Landn.), gargan (Magnús g.
in Sturl., ir. garg, hart, barsch), kamban Grímr k., ir.
camán < camm, halt, verkrúppelt), keikan (Grímr k.
in Eirsp. zu isl. keikrj, kváran (óláfr kv. in Heimskr.,
ir. cuarán, eine Art Schuh),1) lunan (t’orsteinn 1.).
4) Adverbia (und Práposilionen) wie austan, fjarran, jraman,
handan, héðan, innan, neðan, sunnan, útan2); sie ent-
sprechen dem got. -ana in hindana (ahd. hintana, nhd.
hinten). Adverbia wie sáran schmerzlich sind urspr. Acc.
Masc. Sing.
§ 17. -andi ist die ursprúngliche Parlizipialendung der
schwachen Adjektiva; die -nd- Slámme haben dann im Nom.
auch dieselbe Endung bekommen (statt -ndr, vgl. got. nasj-
ands). Im Altisl. entstanden einige Nomina wie gejandi Geber,
dómandi Bichter und andere Wörter auf diese Weise, insbe-
sondere aber wurden solche Wörter als Zunamen benutzt,
z. B. gjallandi der Schreiende, hjarrandi (auch eine Be-
1) Vgl. Carl J. S. Marstrander: Bidrag til det norske Sprogs Historie
i Irland, S. 52.
2) Vgl. Verf.: íslenzk tunga i fornöld § 480 ff.