Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1921, Síða 7
Sesehen oder nicht gesehen, beobachtet hat. Der Vordergrund im Bilde
des Islandfalken enveist diese LiBmannsche Eigenart auf das schlagendste.
■^ie dekorativen und monumentalen Wirkungen ergeben sich von selbst,
sie sind nicht gesucht. Die Betrachtung auch dieser wenigen Bilder erhellt
den ungeheuren Verlust, den die Kunstwelt nicht nur Deutschlands durch
den friihen Tod dieses gottbegnadeten Menschen erlitten hat. Mögen die
^eschránkten Hinweise auf das Deben und Wirken des Kiinstlers dazu bei-
i-ragen, die Anerkennung seiner Werke in immer weitere Kreise hinein-
2utragen und die Gemeinde seiner Freunde und Bewunderer, so wie er,
der Maler und Naturforscher, es verdient hat, zu vergröBern.
£henach Fr. Floeck
III. ISLAND IN DER MODERNEN DEUTSCHEN
DICHTUNG1
Von PAUD HERRMANN
INDRIÐI EINARSSON ZUM 70. GEBURXSTAG AM 31. APRIL 1921
I
Der erste moderne deutsche Dichter, bei dem Island aus nebelhafter
Eerne weuigstens erkennbar auftaucht, ist Kloþstock, aber nicht in
sein.en Bardieten, sondern in der Ode ,,Hermann“ (1767):
Le Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch au£ Vollstandigkeit; besprochen sind
',°r allem solche Werke, die ich selbst gelesen habe, das heiBt in meiner Bibliothek
nesitze. Die Islandfreunde werden gebeten, diese Liste zu ergánzen; besonders an
d'e Herren Erkes und Poestion ergeht die Bitte, uns einen Blick in ihre ungleich reichere
Sathmlung von Islandica zu gönnen (vgl. Mitt. II, 79). Von asthetischen Urteilen ist
absichtlich abgesehen. Es soll nur gezeigt werden, wie sich das alte und das moderne
|sland immer klarer in der deutschen Dichtung widerspiegelt; darum ist Fouqué aus-
ehrlicher behandelt, die bekanntesten und jungsten Bucher kurzer, weil sich jeder
u,ch Lesen selbst ein Urleil bilden kann.
Zschokke, Die islandischen Briefe kann ich z. Z. nicht einsehen (Bongs Goldene
^kssiker-Bibliothek XII). Nicht aufgenommen sind im allgemeinen kurze Gedichte
V°n b’hiand, Strachwitz, Dahn bis herab auf Busse und Börries von Munchhausen;
auch niclit Dichtungen aus der Götter- und Heldensage; doch seien wenigstens die
'v>chtigsten Namen genannt: Fouqué, Baldur der Gute; Dahn, Der Fremdling (Bal-
a,‘c und Operntext, vertont von Vogel, dem ersten Sánger des Siegmund in Bayreuth);
V' Sohlern, Baldurs Tod 1892; Jiingst, Der Tod Baldurs. Episches Gedicht 1896,
1905; Fiescher, Das Balderspiel 1898; Dahn, Friggas Ja; Skirnir, Die Finnin; Kayser-
angerhanC, Odin 1881; Jacobowski, Loki (2. Aufl. o. J.); Wittneber, Nordische Götter-
P^uderei 1900; v. Kralik, Das deutsche Götter- und Heldenbuch, 6 Bde. 1900 ff.;
| 0':‘!ué, Sigurd der Schlangentö'ter; Wagner, Jordan, Hebbel (trotz Volkerts und Brun-
Ulds Beschreibung von Island) und die andern Nibelungendichtungen; Lingg, Die
alkyren 1865; Fouqué, 3 Neldenspiele von Helgi; Noorden, Die Sage von Helgi 1857;
cvert, Helgoiund Sigrun 1867; Hahn, Helgi und Sigrun 1867; Geibel, König Sigurds
rautfahrt (Ges. W. 1883 VI).