Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1931, Side 4

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1931, Side 4
auslándischen und neueren Ursprungs. Die vorletzte Melodie ist bemerkens- wert wegen des Textes, der nur auf Klang und Reim eingestellt ist, ziemlich unbekiimmert um den Sinn. Die Aufnahme der letzten Melodie dieser Rolle ist verdorben. Die zwei ersten Melodien auf Rolle 31 sollen identisch sein, aber sind es nicht, womit die Unzuverlássigkeit und Gedáchtnisschwáche der Sángerin erwiesen ist. Eine melodische Echtheit scheint eher am Anfang erreicht zu sein. Es folgt dann der Begrábnischoral „Alt eins og blómstrið eina", der auf Rolle 11 von einer anderen Frau eingesungen worden war. Zum SchluB der Rolle 31 kommt noch ein Choral, ziemlich unsicher ge- sungen. — In Stykkishólmr hatte ich lángeren Aufenthalt. Zu Anfang der Rolle 32 singt der dortige Pfarrer zweimal das sogenannte „Breiði- fjörðr-Uied“. Durch den AbguB der Copie ist der Anfang des Liedes das erstemal weggeblieben. Das Lied macht sowohl im Vortrag (Tempo) wie auch in tonaler Hinsicht den Eindruck eines Zwiegesanges. Vielleicht ist es eine Variante eines álteren Zwiegesanges. Nach dem Phonogramm schrieb ich es so auf: Beim erstenmal hat der Sánger sich versehentlich im achten Takt ver- sprochen, so daI3 er die Silbe zweimal singt. Der SchluB, namentlich die Sechzehntel im vorletzten Takt, sind nicht sehr deuthch. Es folgen auf Rolle 32 ein paar Reimweisen, gesungen von einem 48jáhrigen Arbeiter, der aus der Snæfellsnes-Gegend stammt, artechte Uieder, sowohl in melo- discher Hinsicht wie auch im Vortrag. Bei dem ersten Uied, das er singt, láfit sich ein dreiviertel Tonschritt festhalten, der Skala-Ton zwischen kleiner Terz, wonach das Uied direkt mit einem dreiviertel Tonschritt schliefien wiirde. Die Wissenschaftler mögen dies untersuchen und xiber die Frage entscheiden. Beim zweiten Lied, das er singt, sind die Schnörkel am SchluB typisch. Rolle 33 scheint vielleicht im AbguB oder beim Trans- port teilweise verdorben zu sein. Das erste Uied ist jedenfalls so gut wie ganz verdorben. Ein Arbeiter aus Dalasýsla singt die Lieder, die nicht sonderlich bemerkenswert sind. Die Tonhöhe ist teils unbestimmt und viel- leicht zufállig. Das vierte Lied ist bei der Aufnahme verdorben und un- fertig unterbrochen. Der SchluB des letzten Liedes dieses Sángers deutet auf Fa-Modus. Die zwei letzten Lieder der Rolle singt dann ein Arbeiter 4

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