Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Síða 17
17
(von hugrj, svikall (von svikj, teilweise von Verba wie vaðall
(zu vaðaj. Das Suffix -all ist an den Stamm gefl'i^t worden
in Wörtern wie atall (ags. atol) vom Stamme at- in isl. elja,
aufhelzen (lat. ödi), gamall vom Stanime gam- in lat. hiems
(mit anderer Ablautsstufe), þagall von þag- in *þagain, lat.
taceo). Gnipall ist von gnip- abgeleitet, das wieder liir
*ga-hnip- stehen könnte, von der Wurzel *hnip- in der Be-
deutung kneifen, klemmen, stossen; gnipall wiirde daher eine
áhnliche Bedeutung haben wie andere in den Þulur aufge-
záhlte Benennungen des Feuers: usli, skerkir, hvgluðr, hrqð-
uðr, harkr, hrapi u. s. w.
Umgestaltungen aus Fremdwörtern sind bagall (lat. ba-
culus), graðall (lat. gradulis), kapall (lat. caballus,, kaðall
(irisch cadla), kirjall (mhd. kiriel).
Vesall ist aus ve-sœll entstanden, ist schon in alter Zeit
vesall geworden.1)
Die Adjektiva auf -a 11 haben jelzt meistens die Endung
-ull wie ölull, gjöfull oder zwei Formen besteben nebenein-
ander wie þagall und pögull; ausschliesslich -all haben ein-
samall, gamall und hamall in der Neutrumsform hamalt. Es
bestand ein urspriinglicher Suffixablaut -al: -u 1; bei den Ad-
jektiven ist háufig die F'orm -ul verallgemeinert worden.2)
§ 16. -an:
1) Feminina auf -an sind: árrtan Fiirbitte, batnan Veibes-
serung, blessan Segnung, gnaustan Lárm, hreinsan Rei-
nigung, iðran Reue, rausan Redseligkeit, teilan Freude,
þjónan Dienst. Alle diese Wörter sind von Verba abge-
leitet; viele haben schon in alter Zeit eine Nebenform
auf -un, die durch das Endungs -u entstand. (Nom.
*árnanu, > ‘árn^n, > árnon, > árnun; árnan ist analog.
Form nach z. B. Gen. árnanar). Im Neuisl. enden diese
Wörter auf -un.
2) Neutra: brekan Bettdecke, fargan Zerstörung, gaman
Freucie, gargan disharmonisches Instrument, grjúpan
Wurst, líkan Skulpturbild, organ Orgel, safjran Safran.
Anm. brekan und grjúpan haben bisweilen die Form
brekán und grjúpán.
Von diesen Wörtern sind entlehnt: brekan (aus dem
1) Anders Fr. A. Wood: Elymological notes. MLN. 29, 69 ff.
2) Vgl. A. Noreen: Suffixablaut im Altnord. IF. XIV, 396 ff.
3