Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1931, Side 3

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1931, Side 3
Mit Unterstiitzung des islándischen Kulturrates und der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft habe ich im Herbst 1928 ftir das Phonogramm- Archiv der Berliner Musikhochschule (Prof. Dr. E. M. von Hornbostel) eine Reise in der westlichen und nordwestlichen Hálfte Islands untemommen, um die islándischen Volkslieder phonographisch aufzunehmen. Herr Prof. von Hornbostel hat die auf dieser Reise aufgenommenen Zwiegesánge einer genauen wissenschaftlichen Forschung unterzogen und hieriiber in „Deutsche Islandforschung 1930" S. 300 f. (Verlag Ferdinand Hirt in Breslau) berichtet. Spátere Hinweise auf diese Arbeit werden zur Ktirzung des vorliegenden Be- richts beitragen. — Da im Siiden und Siidwesten wenig Volkslieder zu holen sind, trat ich die Reise von Reykjavík nach Borgarnes mit dem Postboot am 8. September 1928 an. Die erste Rolle dieser Reise, Island-Phonogramm Nr. 29, nahm ich in Borgarnes auf. Der Sánger war ein Bauer bzw. Arbeiter aus Mý- rasýsla, geb. 1884. (Genaue Personalien habe ich auch auf dieser Reise stets notiert, erwáhne sie aber hier nur von Fall zu Fall.) Das erste Lied der Rolle 29, zweimal gesungen, ist offenbar ein stilisiertes auslándisches Uied, nur aufgenommen um den Sánger zu animieren. Gleich darauf bringt er dann zweimal eine artechte flotte Reimweise, deren melodisches Geriist ich so aufschrieb: -w—Tt-t i—tt • t ri-—; „——3 —§ ■■ M g 1 g P 0S7 -8 * — —8— -8 8 p£J—-1 r"T—1— —r A *-»1 ”—2 í~í zs——crn— 1—1 dra 0 g— ^ 1 O Bemerkenswert das betonte fis im sechsten Takt, abwárts fiihrend. Fs folgt dann zweimal ein anderes Lied, das wenigstens im Vortrag echt ist, dann einmal ein Lied, das friiher auf Phonogramm Nr. 4 als zweites Lied von einem anderen Sánger aufgenommen wurde. Zum ScliluB der Rolle 29 kommt dann nochmal das unechte Anfangslied zweimal; mehr war aus dem schiichternen Sánger nicht herauszuholen. In Borgarnes erkundigte ich wich nach Volksliedersángern und erfuhr, dai3 sie diinn gesát waren, fast noch seltener als 1925. Von Zwiegesángen wuBte man gar nichts zu be- richten. Von dort fuhr ich mit einem Auto iiber Brúarhraun nach Stykkis- hólmr, obwohl gröfitenteils eine eigentliche FahrstraBe nicht vorhanden war. Unterwegs hielten wir ein paar Stunden bei Brúarhraun, um Aufnahmen nach einer alten Frau (Guðrún Jónsdóttir, geb. 1852) zu machen, die iiber Gedáchtnisschwáche klagte, aber doch die Rollen 30 und 31 besang. Wenig- stens der Vortrag diirfte echt sein. Auf Rolle 30 sind aber die ersten Melodien x* 3

x

Mitteilungen der Islandfreunde

Direkte link

Hvis du vil linke til denne avis/magasin, skal du bruge disse links:

Link til denne avis/magasin: Mitteilungen der Islandfreunde
https://timarit.is/publication/323

Link til dette eksemplar:

Link til denne side:

Link til denne artikel:

Venligst ikke link direkte til billeder eller PDfs på Timarit.is, da sådanne webadresser kan ændres uden advarsel. Brug venligst de angivne webadresser for at linke til sitet.