Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Blaðsíða 13
Studenten in Kopenliagen uud die Unkosten fiir das islándische Ministerium
m Kopenhagen nicht inelir von Dáuemarkgetragen. Dagegen werden von der
dánischen Staatskasse zwei Fonds von je einer Mill. Kr. eingerichtet, der
eine an der Reykjavíker, der andere an der Kopenhagener Universitát, die
>,zur Stárkung der geistigen Verbindung zwischen Dánemark und Island, zur
Förderung der islándischen Forschung und Wissenschaft und zur Unter-
stiitzung islándischer Studierender" dienen sollen. Das ist fúr ein Uand von
90 000 Einwohnern ein recht ansehnlicher Betrag, der auf das rege Geistes-
leben Islands sicher befruchtend wirken wird.
Ferner wird ein stándiger AusschuB zur Beratung der gemeinsamen An-
gelegenlieiten eiugerichtet. Von den mindestens 6 Mitgliedern soll die Hálfte
dem islándischen Althing, die andere dem dánischen Reiclistag angehören.
Fine Ánderung des Gesetzes kann erst nach 1940 stattfinden. Soll es nach
öiesem Zeitpunkte aufgehoben werden, so miissen mindestens zwei Drittel
öer Mitglieder der Volksvertretungen uud drei Viertel der stimmberechtigten
Wáhler in beiden Uándern dafiir stimmen.
Par. 19: Dánemark teilt den auswártigen Máchteu mit, daB es in Uberein-
st immung mit diesem Gesetzlsland alssouveránen Staat auerkannthatunddaB
Island sich als stándig neutr al erklár t hat uud keine Kriegsf lagge f iihr t.—Island
bleibt also neutr al, selbst f allsDánemarkin eineuKrieg verwickelt werden sollte.
Par. 20: „Das Gesetz tritt iu Kraft den 1. Dezember 1918.“
Die Handelsflagge, die eigentlich den Stein ins Rollen gebracht hat, wird
m dem Gesetz selbst gar nicht erwáhnt. Es ist aber selbstverstándlich, daB
Island als souveráner Staat iu dieser Frage uach Gutdúnken verfaliren kann.
Mit dem neuen Bundesgesetze sind die Wúnsche der meisten Islánder er-
fúllt und es wurde daher auch mit groBer Befriedigung aufgenommen. An-
dererseits scheint auch der Groll, den man von alten Zeiten her noch gegen
die Dánen hegte, im Schwinden begriffen zu sein und ein freundschaftlicheres
Verháltnis zu dem gröBeren Bruderstaate dúrfte nicht ausbleiben.
Wir aber wúnschen dein selbstándigen Island, dessen materielles Ueben
'váhrend des Krieges einen gewaltigen Aufschwunggenommen hat, daB es sich
Unter den neuenVerliáltnissen recht lebhaft weiter entwickelu möge uud auch
m Zukunft ein Hort einer originellen germanischen Kultur bleiben möge, die
cs durch viele Jahrhunderte hindurch zu bewahren verstand.
Niirnberg (Reykjavík) G. Funk
IV. DIE ERSTE KUNSTAUSSTELLUNG AUF ISLAND
Dichter hat es geuug auf Island seit uralter Zeit gegeben und es scheint,
daB die Zahl derer, die die Schöuheit desUandes, Ruhmestaten der ver-
gangenen Jalirhuuderte und Zukunftstráume des islándischen Volkes im
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