Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Blaðsíða 24

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Blaðsíða 24
Im ig. Jahrhundert wurden neben dem richtigen Namen Fáröer háufig auch die Bezeichnungen Faröer, Fáröer-Inseln, Faröer-Inseln, Fer- inseln, Fárinseln, Farröer, Fáröen, Fárö, Feröer, Feröe und Fáröe gebraucht. Wir sehen also, daB der Name der Inseln sehr Verschieden und oft recht willkiirlich gebraucht wurde, was merkwiirdige Verwechslungen zur Folge hatte. Gehen wir bei der Deutung des Inselnamens ebenfalls historisch vor, so finden wir die ersten Erklárungen des Namens Fáröer bei Debes1. Er weist auf das Wort fjer, jjœr oder fjœder, Feder, hin und meint, daB die ungeheure Menge der dort lebenden Seevögel die Veranlassung zur Beneti- nung „Federinseln" gewesen sei. Diese Tiere sind heute allerdings fiir die Einwohner sehr wichtig, da sie sie in groBen Massen fangen und die Federti verkaufen, aber es ist kaum anzunehmen, daB die Wikinger, die vor un- gefáhr einem Jahrtausend2 nach denFáröern kamen uud sich dort nieder- lieBen, diesem Erwerbe nachgegangen sind und deshalb das entdeckte Dand ,,Feder-Inseln“ nannten. Man findet zwar auch jetzt an den Kústen deí Fáröer háufig Vogelfedern, aber diese Erscheinuug tritt hinter anderen Eigentiimlichkeiten der Inselu doch zu sehr zuriick, als daB man ihnen danach den Namen gegeben haben könnte. Auch sind die Kiisten Noí- wegens, der Shetlaud- und Orkneyinseln reich an Seevögeln, so daB det' Vogelreichtum der Fáröer ihren nordischen Entdeckern kaum als etwas Besonderes erscheinen muBte. Weiter denkt Debes an at fare oder 0-t fceri, altfár. al fœrje, fahren, hiniiberfaliren, iibersetzen; da die Fáröer in viele Inseln aufgelöst sind, muB man oft nrit Booten iiber MeeresstraBen hiniiber oder zwischen den Inseln hindurch fahren. Boote, mit denen maö von einem Orte zum anderen fáhrt, nannte man damals in Dánemark Færiei' (Færjer) und Orte, wo man iiberfáhrt, Færie-Steder (Færje-Steder). Der Name der Inseln wiirde dann soviel wie Fáhr-Inseln oder Schiffer-Inseln bedeuten. Auch diese Erklárung befriedigt wenig, noch weniger aber die Ableitung vou ficr, weit weg, weil die Inseln in groBer Entfernuug vom Festlande liegen. Auch andere Schilderer meinen, daB die Fáröer die „fernen, weit abseits liegenden Inselti" seien, so Eandt3, der den Nainen von far away ableitet oder von jjcer, fjœrn, also fern, desgleichen der deutsche Reisende Graba4. Die Erklárung Fáröer als Schafinseln stiitzt sich hauptsáchlich darauf, 1 Færoae et Færoa reserata, Kopenhagen 1673. • Deutsch von Chr. G. Mengel. „Natiir- liche u. politische Historie der Inseln Filröe." Kopenhagen und Leipzig 1757. 2 Nach Zimmer (Die friihesten Beriihrungen derlren mit denNordgermanen. Sitz. Ber. preuö- Akad. der Wiss., 1891, 1. Halbbd.) schon gegen das Jahr 770, nach anderer Aufíassung im Jahre 861. 3 Forsög til en Be.-,krivelse over Færöerne. Kopenhagen 1800. 4 Tagc- buch, gefiihrt auf einer Reise nach Fhrö im Jalire 1828. Hamburg 1830. 62

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