Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Blaðsíða 27
sich deu Ausfiihrungen Bugges an. Br hált es nicht fiir unwahrscheinlich,
schon vor der Ankunft der irischen Mönche Kelteu auf den Fáröcrn
saBen und daB die Mönche dortliin kameu, utn die keltische Urbevölkerung
zum Christentum zu bekehren. Diese Auffassung halte ich fiir unrichtig,
da cs fiir diese irischen seefahrenden Mönche gerade bezeichnend ist, daB
sie die Einsamkeit aufsuchten, urn auf ferneu Eilanden ungestört zu leben,
'vodurch sie zu Eutdeckern bisher unbekannter und unbewohnter Inseln
'vurdeu. Doch waren die Kelten nur in geringem MaBe Seefahrer und sie
haben nur ihnen naheliegende Inseln kolonisiert. Nicht weiter als man von
Schottlaud von einer Insel zur anderen sehen kounte, reichte der wirkliclie
heltische EinfluB: von der schottischen Kiiste zu den Orkneyinseln, von
hort zur Fair Isle und von dieser zu deu Shetlandiuscln. Als die Wikinger
Uach den Fáröern katnen, fanden sie dort wohl irische Finsiedler vor, aber
eiue ausgebreitete keltische Bevölkerung, die sie liátten niederzwiugen
honnen, wird es dort kaum gegeben haben.
Auffallend ist es, daB es auf den Fáröern nirgends topographische Namen
>uit dem Worte ,,þaþa“ gibt. Mit Papar wurden die irischen Culdee-
hriester von den Nordlánderu bezeiclinet. Solche Namen mit papa treffen
Wlr auf den Orkney- und Shetland-Inseln und auf Island an und gerade
dcu geographischen Namen dieser Gegenden sind ja die Namen auf den
h'aröern nahe verwandt. In der Gruppe der Orkneys finden sich Papa
Stronsay, Papa Westray, Wart of Paplay (auf Mainland) und Paplay (auf
^outh Ronaldsay), auf den Shetland-Inseln, von wo die Norweger die iri-
Seheu Einsiedler in der Mitte des 7. Jahrhunderts vertrieben, Papa Stour,
^apa Dittle und Sound of Papa;- zwischen beiden Inselgruppen liegt die
^apa-Bank und an der Ostkiiste von Island liegen Papós, Papafjörður und
dle kleine Insel Papey. Zwei der Hebriden heiBen Pabbay. Auch an der
Uorwegischen Kiiste miissen sicli Iren aufgehalten haben. Dort liegt die
^usel Papey in Vingulmark, das heutige Paperö an der Ostseite des Vik.
í’apeyjar heiBen bei den Norwegern immer Inseln, wo sie Ireu angetroffen
^aben. Und trotzdem finden wir auf den Fáröern uiclit einen papa-Namen
Ulld es hat dort auch nie einen gegeben1. Es fehlen dort auch keltische
^auten (Piktentiirme) utid sonstige archáologische Reste keltischen Ur-
sprungs vollstándig. Dies alles berechtigt uns zu der Annahme, daB der
kulturelle EinfluB der Kelten auf die Fáröer nicht sehr groB war und daB
dle Wikinger dort keine ausgebreitete irische Bevölkerung vorfanden. Da-
IUlt soll keineswegs in Abrede gestellt werden, daB die hohe Bliite der nor-
Auf den Faröern fehlen ferner Namen mit heimr (Wolinplatz, Heim) und vin (Weide,
^iese, Grasplatz) vollstíindig, die auí den Shetland-Inseln und in Norwegen haufig sind.
í'Urnen mit vin fehlen auch auf Island, wo es aber einige Namen mit heimr gibt.
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