Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Blaðsíða 28
dischen hiteratur im Mittelalter auí Islaud durch den engen Verkehr der
Nordgermanen mit den Kelten entstanden ist und daB diese die Phantasie
der Nordgermanen immer wieder angeregt und befruchtet haben. Auch
erfolgte die Besiedlung Islands durch die Norweger zu einem betiáchtlichen
Teile iiber Irland und noch lange war die Verbindung zwischen Island und
Irland besonders rege, die ihren natiirlichen Stiitzpunkt auf den zwischeii
beiden Inseln liegenden Fáröern hatte. 'Islaudstoftir, 'Islendingatangi uud
'Islendingabúðir sind Namen fiir Orte auf den Fáröern, wo Islánder auf
ihren Reisen nach und von ihrer Heimat iiberwintert habeu sollen.
Kehren wír nun zum Namen Fáröer zurúck, so können wir ihn nach diesen
Ausfúhrungen als „Schafinseln" deuten, wie dies auch Hammershaimb in
der Færesk Anthologi (i. Bd., S. VI) tut. Wir sind dazu um so mehr be-
rechtigt, als es auch in anderen Gegenden der nordischen Fánder genug
geograpliische Namen gibt, die auf dieses Haustier liindeuten und die Fáröer
nicht die einzigen ,,Schafinseln“ des hohen Nordens sind. So ist Fair IsU
der anglisierte Name einer Færö (Schafinsel), wie sich die Englánder viele
altnordische Namen mundgerecht gemaclit haben1. Diese Insel liegt zwischen
den Orkuey- und Shetlandinseln und an ihrer Ostkúste findet sich das Kap
Sheep Craig, die Schafklippe. Ferner heiBen zwei kleiue Iuselu der Ovkney-
gruppe Fara und Holm of Fara. Nördlich der Insel Gotlaud liegt in der
Ostsee die kleine Insel Fíirö mit dem gleichnamigen Stádtchen. Sie wird
von Gotlaud durch den F&rösutid getrennt. Zwischen den dánischen Inseln
Falster und Seeland liegt die Insel Farö. Alle diese Namen bedeuten dasselbe
wie der Name der Fáröer: Schafinseln. Auf den Fáröern selbst gibt es zahl-
reiche topographische Namen, die auf Schafe und Schafzucht hindeuten-
Es sind das die Narnen, die mit dem fárischen Worte scyður, plur. scyöir,
oder seyðurin, Schaf, mit lamb, plur. lomb, Eamm, oder mit ginibuf
(gimbri), plur. gimbrar, juuges Schaf, Eamm, gebildet sind. So sind
nach Schafen besonders Abhánge, Talseiten und Schluchten benaunt,
wo diese Tiere gern weiden, wie Seyðurð, Seyðurðs Tangi, Seyðaskor,
Seyðhamar, í Seyðtorvu, Ungikyrrseyður, Skriðnaseyður, Seyðagjógv und
Seyðaskora Gjógv. Nach Eámmeru sind benannt der Ort Eambi (I.aniba,
dán. Eamhauge), der auf der Eandenge Eambar Eið an der Eamba Vík
auf Eysturoy liegt, die Berge Eainbfelli, Eambafelli uud Eambaklettur, die
Schlucht Eambagjógv, die AuBenmarken Eambhagi, Eambarhagi und Lam-
bahági, die Táler Eambadalur und Eambardalur, der PaB Eambar Skarð
und der Bach Eambá. An den Kústen liegen Eambar Nes, Eambi, Eambat-
látur, Eambafles, Eambaeggjar Fles, Eambhell, Eambatangi und im In'
1 Jakob Jakobsen, DetNorröne Sprog pá Shetland. Kopenhagen 1891. ShetlandocrncS
Stednavne. Aarböger for Nordisk Oldkyndighcd og Historie, 16. Bd., Kopenhagen X901,
54—258. Fair Head heifit das N.-O.-Kap von Irland, in dessen Nalie die Sheep Isle lieg*--
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