Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Side 26
inseln" genaunt haben. Doch ist xlas recht unwahrscheinlich, da das Kel-
tische nur einen geringen EinfluB auf die Fáröer und die fárische Sprache
ausgeiibt hat. Nach Zimmer kamen irische Einsiedler um das Jahr 670
uach den Eáröern und wohnten ungefáhr ein Jahrhundert dort, bis sie von
den spáter eintreffenden Wikingern vertriebeu wurden und sich zum Teil
nach Island wandten, wo sie um 795 zuerst auftauchten. Nansen1 hált es
nicht fiir unmöglich, daB schon vor der Ankuuft der irischen Mönche Kelten
auf den Fáröern wohnten und daB diese Urbevölkerung auch noch nacli
der Ansiedlung der Norweger dort gewohnt habe. Aber die Spuren dieser
Kelten sind auf den Fáröern recht gering. Nur wenige topographische Namefl
der Iuselgruppe stammen mit einiger Wahrscheinlichkeit aus dem Kel-
tischen. Es sind der Iuselname Dimon, der Ortsuame Dopra, der Name
des kleineu Eilandes Baglaholmur, die Bergnamen Keppur, Maliusfjall und
Malinstindur, der PaBname Malinsskarð, der Name der Buclit Dungansvík,
des Kaps Dungansues, der Báche Kartnansáir oder Kartnarsáir und der
Name der Fischbáuke Kuokkur (úti á Knokki) uud Knokkamir. Der Orts-
name Vestmannahöfu2 (Vestinanna, Vestmannahavn, Vestmanhavn) auf
Strömö, der Stromname 'Irland im Sund zwischen Ströinö und österö,
der Schluchteuname'Iraliðgjógv auf Myggenás und derName Tradamm iur
Kvalböhagi auf Suderö deuteu gleichfalls auf Kelten hin. In der neufárischen
Sprache aber gibt es nicht mehr als ein Dutzeud Wörter, die mit einigeí
Sicherheit aus dem Keltischen stammen. Die meisten dieser Ausdriicke
betreffen Gegenstánde des Ackerbaues und der Viehzucht, des Tier- und
Pflanzenreiches3. Alexauder Bugge sucht allerdings in seinern groBziigigem
Werke4 einen weitgehenden und nachhaltigeu EinfluB der Kelten auf die
uordischen Dánder uud besonders auf die Kultur der Nonnannen zur Wi*
kingerzeit nachzuweisen. Nach ihm stammt ein groBer Teil der ersteu Kolo-
nisten Islands und der Fáröer aus Schottland und Irland und ein nie ver-
siegender Kulturstrom ging vou den keltischen Dándern nach dem Norden-
Auch die Fáröer sollen in alter Zeit in hohem MaBe durcli die keltische
Kultur beeinfluBt worden sein. Bugge ist nicht Zimmers Meinung, daB die
Norinannen die Iren sofort vertrieben haben, sondern er meint, daB noch
im ganzen 10. Jahrhundert Kelten auf den Fáröern wohnten. Nansen5 schliefit
1 Nebelheim I, 174—177. 2 Ein Vestmaður war fiir die Wikinger ein Mann von deo
britischen Inseln. 3 Jalcob Jakobsen, Keltisk Indflydelse paa Færoerne. ThorshavO
1902. Strcjflys over færöske Stednavne. Nordisk Tidskrift for Filologi, III. Række,
17. Bd., 64—85. * Vesterlandenes Indflydelse pa Nordboernes og saerlig Nordm*n'
denes ydre Kultur, Lcvesæt og Samíundsforhold i Vikingtiden. Vid. Selk. Skrifter
II, hist.-filos. Klasse, 1904, I. Kristiania 1905. Buggegibt in einerspáterenArbeit (Archiv
fiir Kulturgeschichte 10. Bd., 1902, 331) selbst zu, daB er den westeuropáischen Einílu^
auf die nordischen Völkcr zur Wikingerzeit zu hoch angeschlagcn liat. 5 Nebelhein1'
I, 174—!77-
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