Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1918, Síða 16
islándischen Bauernhofes nötig. Ebenso zwiugend erwies sich bei der weiten
Entfernung der Höfe voneiuander die Anlage einer Schmiede. Und so finden
wir bei deui alten Typus des Hauses umnittelbar an den Wohnkomplex an-
gebaut, aber nur vou auBen zugánglich, die Sattelkammer (II, 7), zugleich die
Aufbewahrungsstelle fíir Wolle und Netze, und die Schmiede (II, 8). Hieran
schlieBen sich dann ziemlich regelmáBig zwei kleine Stálle fur die Pferde
(II, g) utid die Kiilie (II, 10), wáhreud die Schafe gewöhnlich abseits vom
Plause in ein oder tnehreren groBen Schafstállen untergebracht sind.
Fig. III. Islándisclies Bauernhaus
Auf diese Weise liat sich im Eaufe der Zeit der T}7pus des islándischen
Bauernhofes entwiclcelt. Von weitem geselien erweckt er den Eindruck einer
kleinen Stadt (Eig. III) und mutet beim ersten Anblick ganz eigenartig und
seltsam an. Auch beim Eintritt in den Bau findet sich der Frernde zuerst
nur miilisam zurecht, ztmial der Eingaug háufig völlig dunkel ist und der
hiutere Teil des Hauses oft in die Bergwand hineingebaut ist, so daB die
Kiiche nicht selteu ihr Uicht durch ein Fenster im Grasdach erhált.
Dem Island-Forscher, der das interessante Eiland durch láugere Reisen
kennen gelerut liat, bleibt es nicht verborgen, daB dieser Typus des islán-
dischen Hofes, der dem Charakter der Uandschaft und deu Mitteln des Uandes
iu so geschickter und dem Auge wohltuender Weise angepaBt ist, irn Schwin-
den begriffen ist. Er wird durch gerámnigere und damit bequemere, háufig
aber leider sehr geschmacklose Bauten aus verzinktem Wellblecli ersetzt.
Ihren Höhepunkt haben diese in der Hauptstadt des Uandes in dreistöckigen
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