Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Síða 22

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Síða 22
Iyufthauch in das Volk ausströmen zu lassen. Und wenn keine IJinflusse von auBen lier kamen, so lebte in seinem Inneren genug, das sich in Liedernuni- gestalten lieB. Sein Leben ist in gewissem Sinne ereignisreicli: er könnte aus dem tiefen Meer des Gesanges sehöpfen. Und dazu hatte er Zukunftshoff- nungen, die ihm ermöglichten zu prophezeien, wo die Gegenwart nicht ge- niigte und zu fingen von kommenden Tagen. Die Zukunft aber gestaltete er so, wie er sie sicli am liebsten wiinschte: voll von Friede, Eintracht und Liebe. Zwei Gedichte von Guðmundur Guðmundsson finden sich in Poestions „Eislandbliiten", S 2o8ff. Noch im Jahre 1917 war eine letzte Sammlung seiner Gedichte (es sind zahl- lose aucli seitdem noch erschienen) herausgekommen. Gerade diese letzte Sammlung veranlaBte Al. Jóhannesson, ihn den Dichter der „Stille in der Natur" zu nennen. Von ihr wird wohl noch kein Exemplar nach Deutschland gekommen sein. (Im AnschluB an einen Artikel in „Isafold". W. II.) YII. DER NAME FÁRÖER Es gibt wenige geographische Namen, die so verschieden und leider háufig auch so falscli gebraucht werden wie der Name der Fáröer- Deshalb verlohnt sich eine Betrachtung der historischen Entwicklung, der Schreibweise, der Behandlung dieses Nainens in verschiedenen Sprachen und der nicht wenigen, zum Teil recht merkwiirdigen Deutungen, die das Wort Fáröer erfahren hat. Verfolgen wir zuerst die geschichtliche Entwicklung des Namens der Insel- gruppe, so findeu wir auf alten Weltkarten und in Beschreibungen der nordischen Lánder aus friiheren Jahrhmiderten sehr verschiedene Namen fiir die Fáröer. In altnordischen Texteu werden sie Fcereyjar genannt, i11 der Historia de antiquitate regurn Norwagiensium des norwegischen Mönches Tjodrik (1180) Phariae und in der Stiftungsurkunde des Hanrburger Spren- gels durch Ludwig den Frommen (834) Fao ia. Die Bestátigungsurkunde des Papstes Sergius II. von 846 nennt die Fáringer Farriae genies1. Auf der 1 Farria insula oder Farrö ist nach Adam von Bremen (1070) auch dcr alte Name íur Helgoland, das ehemals aucli Fosetisland hieB. Lukas (Helgoland, Geogr. Zeitschr. XI, 1905, 332) meint, daB es den Namen Farria wahrscheinlich mit Rucksicht auf die Scha/zuchl erhalten habe. DaB Helgoland Farria genannt wird, kommt auBer bei Adam sonst nirgends vor. Vielleicht handelt es sich dabei um eine Verwechs- lung mit der Insel Föhr, deren Namen man als ,,Fáhrinsel‘‘ deutet, sonst muCte man meinen, daB Helgoland íruher reich an Schaíen gewescn sei und deshalb Farria (Schafinsel) genannt wurde. Farris (Föhrenwald) hieB dagegen der groBe, jetzt fast ganz verschwundene Grenzwald zwischen Schleswig und Jiitland. Náheres iiber die áltesten Namen von Helgoland bei Brohm, Helgoland in Geschichte und Sage, Kux- haven und Helgoland 1907, S. 3; Siebs, Helgoland, Kuxliaven 1909, S. 14 ff. und H. H. von Schwerin, Helgoland, Lund 1896, S. 32 ff. 60

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