Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Qupperneq 33
'vofíir er manch'tial als Beweis angeíiilirt wurde (Ausland, 59. Bd., 1886,
157; Giinther, Handbuch der Geophysik II, 571). Er ist nichts anderes
a*s eine Folge der Wirkung der ináchtigen Meeresbranduug, der jeder im
^zean ungeschiitzt stehende Felsen im Laufe der Zeit erliegen muB. Fine
Senkung des Meeresbodens, wie wir sie im Gebiete der Fáröer anzunehmen
berechtigt sind, kaun diesen Vorgang wohl etwas unterstiitzen und beschleu-
Digen, sie tritt aber in der Gesamtwirkung weit hinter der Arbeit der Meeres-
abrasion z.uriick, die eine plötzliche Vernichtung von Munken bewirkte uud
’Uclit eine allmáhliche Senkung der Klippe.
Munken ist ein dánisclxes uud kein fárisches Wort; wenn dieser Felsen
auch altnordisch Munkrinn heiöt, so ist dieser Name doch nicht ins Fá-
rische iibergegangen. Die Fáringer nennen ihu Sunnbíjar Sleinur (Sumbö-
btein) uach dem Dorfe Sumbö (fárisch ,Sunnböur oder Sumba) auf Suderö,
^er siidlichsten Siedelung der Iuseln. Debes nennt ihn Sumböe Munk;
bei Baumgartner (Island und die Fáröer, S. 56) heiBt er Suunböar Steinur
uud Sumbö Steinar; bei Berghaus (Allg. Lánder- und Völkerkunde I, 462)
lst daraus sogar ein Stamböe Mönch geworden.
Mit dem Einsturze von Munken ist eine der bemerkenswertesten Gestalteu
^cr Farcer fiir inuner im Ozean verschwunden. Tausende von Seeleuten,
(be dort vorbeisegelten, haben diese gewaltige Klippe im Laufe von Jahr-
iiuiulevten bewundert, die ihnen den Weg nach den Lándern des liohen
biordens wies und die einst in der geographischen Literatur eine so be-
beutende Rolle gespielt hat.
Leiþzig H. Rudolþhi
IX. AN DEUTSCHLAND1
Heil sei dir, Heil sei dir, Heldenland
Voll freudigeu Mutes Wonne.
Das blauke Eisen ist deiu Gewand,
Dich segne Friihling und Sonne.
Weit fliege dein Aar iiber Laud und Flut,
Ein Abbild von Deutschlands Heldemnut!
Fiescs Gedicht von Siguröur Sigurðsson war in 'Isafold vom 23. August 1916 mit
?lner deutschen Ubersetzung von Dr. Al. Jóhannesson abgedruckt und steht auch in
rilandischem und deutschem Text in unseren Mitteilungen IV, 29. Nun ist mir
neulich zuíállig diese andere Obei tragung ins Deutsche bekannt geworden. Der Úber-
setzer, der die fruhere nicht kannte, hat sie mir fiir unsere Mitteilungen freund-
mhst iiberlassen. Die Zeiten haben sich geándert, die Hoffnungen haben sicli fiir
eu Augenblick nlcht erfullt. Aber da wir allc hoffen, daC eininal neues Leben
aus den Ruinenbluhen wird, wird der Abdruck nicht zur Unzeit erfolgt erscheinen. W. H
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