Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Side 40

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3- Wie kann man dem Lande eine geniigende Menge Silber und Gold sichern ? Man soll das Gold, das ins Land kommt, nicht wieder abflieBen lassen1; auch hohe Zölle auf alle Luxusartikel legen (besser als ein Einfuhrverbot) und darauf sehen, daö die ausgefiihrten Waren einen höheren Wert erreichen als die eingefiihrten. 4. Wie kann man die gefáhrlichsten Krankheiten und Epidemien bekámpfen? Vor allem mit allgemeinen sanitárenVorbeugungsmaBregeln; indem man ferner Tánze- reien und Trinkgelage und ahnliche Zusammenkiiníte, die tief in die Nacht hinein dauern, verbietet; indem man warme und saubere Wohnháuser baut und sie besser heizt als es jetzt ublich ist. Gute Beheizung der Háuser wird mehr dazu beitragen Typhus, Aussatz und Krebs auszurotten als Sanatorien, Krankenháuser, Arzneimittel und alles Pariser Radium und Röntgenstrahlen zusammen. 5. Wie kann man die ubermaBige Zunahme der Arbeiterbevölkerung in den Stádten, die Arbeitslosigkeit und die Armut bekámpfen ? Indem man das Leben auf dem Lande verbessert und die Arbeitsfreiheit einschrankt. ö. Wie kann man Revolution und Anarchie bekámpfen ? Indem man wirkliche Kenntnis in politischen Fragen verbreitet, das Wahlrecht nach Vermögen und Bildung begrenzt, wie es die Japaner machen, und nur die tiichtigsten Leute an die Spitze stellt, nicht Gemeindearme und Narren. Wenn wir bedenken, dafi seine Schriften sich an den gemeinen Mann wenden, dann ist es sicher berechtigt zu wunschen, daB seine gesunden Grundgedanken Eindruck machen und Nutzen schaffen. W. H- KARL JURIAN GRABA, TAGEBUCH, GEFUHRT AUF EINER RElSE NACH FÁRÖ IM JAHRE 1828. Hamburg 1830. II und 244 S. Eines der wenigen Bucher iiber die Fáröer in deutscher Sprache und das erste selb- stándige Werk dieser Art. Der Kieler Advokat Graba war einer der ersten Deutschen, der die Fáröer studienhalber besuchte und dort mehrere Monate weilte. Sein Tagebuch gibt uns eine eingehende Schilderung der Inseln aus jener Zeit, in der sie noch ganz ab- seits vom Verkehr lagen und ihre Bewohner áuBerst selten einen Fremden zu Gesicht bekamen. Graba fuhr mit einem Segler in zehn Tagen von Kopenhagen uber die Shet- landinseln nach den Fáröern. Sechs Monate vorher hatte das letzte Schiff die Inseln angelaufen. Drei Monate weilte der Verfasser auf den Fáröern, von denen er einen grofien Teil zu Gesicht bekommen hat. Er war in erster Linie Zoologe und kam nach den Insein, um dort die Vogelwelt zu studieren. Der Hauptwert des Buches liegt deshalb in der Beschreibung der fárischen Vögel, von denen er viele geschossen und gemessen, unter- sucht und beschrieben hat. Die Schilderung des Vogelfanges und der Vogelberge, ferner des Wal- und Seehundfanges nimmt einen weiten Raum in Grabas Werke ein. Daneben bietet es aber auch eine groBe Anzahl guter Beobachtungen von Land und Leuten, und vieles, was der Verfasser iiber die Fáringer sagt, trifft auch heute noch auí sie zu. Auch er ruhmt die Gastfreundschaft der Einwohner und uberall konnte er sich nur durch Geschenke erkenntlich zeigen, da niemand von ihm Geld nehmen wollte. Manches 'var damals allerdings anders als heutzutage. Oberall trank man noch Branntwein und au£ der Schanze in Thorshavn hielten sechzehn Soldaten Wache, die auch den Amtmann auf seinen Reisen begleiteten. Das königliche Handelsmonopol, das erst 1856 auígckobcn wurde, wirkte noch immer ungunstig auf den Handelsverkehr ein, und jeder, der dic Inseln damals besuchen wollte, muBte nachweisen, daB er kein Kaufmann war und dort keinen Handel treiben wollte. Rudolph1 XIII. NAOHRICHTEN AUS ISLAND 1. Am 24. Oktober 1919 fand die erste Doktorpromotion an der Universitát Reykjavík statt. Diesem Akte voraus ging die Ernennung des am 19. Oktober zum Professor j£jr 1 Tatsáchlich ist jetzt ein Goldausfuhrverbot erlassen worden, weil bei dem hohen Gold' wert auf dem Weltmarkt das Gold aus dem Lande zu gehen drolite. 78

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