Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Blaðsíða 41
lslándische Geschichte ernannten Jon J ótisson Aðils zum Ehrendoktor. Er hat diese
^Vurde in Anerlcennung seiner zahlreichen Arbeiten zur Geschichte derlnsel, insbesondere
Seines letzten groCen Werkes erliaiten: Einokunaverz un Dana á Islandi (Der dánische
Wonopolhandel auf Island). Die gleiche Ehre war vor ihm Björn Magnússon ‘Olsen
(iiber ihn s. Mitteilungen VII, 3). — Der erste rite promovierte dr. der
^áll Eggert ‘Olason, der sein Buch Mann og menntir siðskiftaaldarinnar
^ 'Islandi (Manner und Bildung auf Island im Reformationszeitalter) I. Jón Arason öffent-
iich verteidigte. Der junge dr. ist 1883 geboren, hat Jurisprudenz studiert und sich be-
re>ts durch zahlreiche Arbeiten und Úbersetzungen einen guten Namen gemacht als
grundlicher Forscher, der eingehende Quellenstudien getrieben liat (vgl. z. B. die letzten
Jahrgánge des „Skírnir, ‘Arbók fornleifafelagsins, Saín til sögu ‘Islands 1917); von ihm
auch ein Katalog iiber die Handschriftensammlung der Landesbucherei (Skrá um hand-
ritasafn Landsbókasefnsins I. 1918).—
*• Die archaologische Gesellschaft (fornleifaíélag) feierte am 8. November X919 ihr
vierzigjahriges Bestehen.
Von dem Verein ‘Islendingur (vgl. Mitteilungen VII, 34, Nr. 4) abgeschickt und mit
Vlthingsunterstutzung versehen ist séra Kjartan Hclgason nach Amerika gefahren und
^ált den Winter úber in Iíanada (an der Schule JónBjarnasons in Winnipeg wissenschaft-
iiche Vortráge úber Island.
zuteil geworden
Úniversitát ist .
V Im Sommer 1919 wurde in Reykjavík eine Dampfschiffahrtsgesellschaft des Súdlands
(eimskipafélag Suðurlands) gegrúndet, um den Schiffsverkehr aufrecht zu erhalten zwi-
SchenR. und den benachbarten Háfen, vor allem Borgarnes.Vestmannaeyjar, Eyrarbakki.
^tokksey und Vík. Die Gesellschaft hat um 240 000 Kr. ein Schiff gekauft, das der
ustbornholmischen Dampfschiffgesellschaít gehört und M. Davidsen geheifien hatte.
j s hat 215 Tonnen Brutto, ist 126,8 engl. FuB lang, 20,4 engl. Fu(3 breit, 9,4 FuB tief; es
legt meist 9 Meilen (bis zu 11) in der Wache (4 St.) zurúck, hat Raum fúr 30—40 Kajúten-
Pussagiere und zahlreiche Zwischendeckspassagiere.
Der im Winter 1918/19 neu gegrundete spiritistische Verein (hið íslenzka sálarrann-
SÓlinaríélag) hat jetzt uber 450 Mitglieder. Von Neujahr an erscheint als dessen Organ
ó*e Zeitschrift „Morgunn", die von dem bekannten Schriftsteller Einar H(jörleifsson)
tt-Varan1 herausgegeben wird. (Preis jáhrlich 10 Kr.)
ó' Fur die Finanzperiode 1920/21 sind die Einnahmen auf 101/, Mill. Kr., die Ausgaben
aúf q3/t Mill. Kr. veranschlagt. Da aber bedeutende Ausgabeposten, die sich nicht
v°rher bestimmen lassen, zu erwarten sind, muB mit cinem bedeutenden Fehlbetrag
gerechnet werden. — Von den Unterstutzungen zu wissenschaftlichen und gemein-
úutzigen Zwecken seien hervorgclioben: An die Literaturgcsellschaft. jedesjahr 3500 Kr.,
Óavon 3000 Kr. zur Herausgabe der Beschreibung Islands (Lýsing Tslands) von Þ. Tho-
r°ddsen; zu Urkundenforschungen an Dr. Jón Þorkelsson und Hannes Þorsteinsson im
®rsten Jahr je 5000 Kr., an den Verein ‘Islendingur 8000 und 3000 Kr., an Bjarni Jónsson
fráVogi zur Fortsctzung der Obersetzung von Goethes Fayst, in jedem Jahre 1200 Kr.,
zUr Vorbereitung des islándischen Wörterbuclis (Fortsetzung der von Jón ‘Olafsson
“^gonnenen Arbeit) an séra Jóh. L. Jóhannesson jáhrlich 4800 Kr., Jakob Smári 4000
rvr- und Þorbergur Þórdarson 1800 jáhrlich (letzterer sammelt Wörter aus dem Volks-
Jhund, die sich noch nicht in den Wörterbúchern finden); an den Bibliothekar Sigíús'
löndal fúr sein groBes islándisch-dánisches Wörterbuch (dessen erstes Heft bald er-
"'ai'tet werden darf) jábrlich 15 000 Kr.; an Rektor Geir Zoega zur Herausgabe einer
erw’eiterten Auflage seines islándisch-englischen Wörterbuchs 5000 Kr. im ersten Jalir;
ao den Bibliothekar Halldór Briem zur Vollendung einer islándischen Grammatik jáhr-
1 1-.. _
1Jieser ist lcúrzlich 60 Jahre alt geworden und hat bei dieser Gelegenheit eine Ehrengabe
y°n 35oo I<r. erhalten, die ihm der Dichter Þorsteinn Gíslason úberreichte. Von ihm liegt
p öeutscher Ubersetzung vor: Hoffnungen (úbers. von M. Lehmann-Filhés in „Die
ra« ' 1894, S. 798 und „Klein Hvammur", úbersetzt von Kuntze, bei Reclam).
79