Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1920, Side 43
danischer FuCballspieler, die zum Wettkampf nach R. kamen, diese Wettkampfe selbst,
bekannte Persönliehkeiten, dann Fliige, die der englische Kapitan Fabcr in einem Flug-
zeug im Sommer in R. unternahm usw. Die Bilder sind sehr gut und wesentlich besser.
ais die friiher gezeigten gleicher Art, wie die Ankunft des Königs 1907.
In dem Kaufhaus Nathan & Olsen sind am Eingang 7 Standbilder aufgestellt,
die die Entwicklung des is.ándischen Handels in dessen Hauptvertretern darstellen, ein
^Vikinger, ein Gode, Björn Jórsalafari, Bischof Guðbrandur Þorláksson, Skúli Mag-
aússon iandfogeti, Jón Sigurðsson, Tryggvi Gunnarsson. Die Figuren sind zunáchst aus
Gips geformt von dem jungen Bildhauer Guðmundur Einarsson und sollen spater in
Bronze gegossen werden. Der junge Kiinstier ist jetzt nach Kopenhagen zu Studien-
zwecken gereist.
J5. Die vornehme Gesinnung von fúnf Geschwistern verdient angemerkt zu werden.
Rer Islander igurður Sigurðsson von ‘Alftanestunga (á Mýrum), der am 20. Dezember
!9i6 in Seattle in Amerika gestorben ist, hattc einem Freunde dort gelegcntlich mit-
geteilt, dafi er einen Teil seines Nachlasses dem Landesspital Islands zukommen lassen
Wollte, aber er hinterliefi kein Testament. Trotzdem haben die Geschwister des Ver-
storbenen die Halfte der Erbscliaft im Betrage von 6000 Kr. und 41,67 Kr. Zinsen dem
gedachtcn Zwecke uberwiesen, obwohl sie das Geld selbst recht gut hatten brauchen
können.
!6. Der österreichische Professor Bang hat sich im Auftrag der österreichisclien Regie-
rung an den Ministerprasidenten Jón Magnússon mit der Bitte gewendet, 100 Kinder
aus Wien auízunehmen, um sie vor dem Hungertode zu bewahren. Im Gemeindekolle-
Kium in R. ging man gerne auf diese Bitte ein und wahlte einen Ausschufi, dieser Frage
Uaherzutreten. Ein öffentlicher Aufruf hatte guten Erfolg. Von österreichischer Seite
"'ar in Aussicht genommen, Kinder von 10—14 Jaliren auf 16 Monate zu schicken, die
Islánder aber, die sich melden, wollen solche von 4—10 Jaliren und sie am liebsten ganz
behalten. Es besteht bereits die Möglichlceit, viel mehr als 100 Kinder unterzubringen;
rn Seyðisfjördur können 30, in der Norðurmúlasýsla 60 Kinder aufgenommen werden.
A.bgesehen von der mensclienfreundlichen Gesinnung der Leute darf man in diesem Ent-
Segenkommen eincn Dank fúr die unermúdliche Tátigkeit des Wiener geheimen Hof-
rats Dr. J. C. Poestion sehen, durch die dieser Island in allen Lándern deutscher Zunge
bekannt gemacht hat. (Dieser Dank ist ihm in letzter Zeit auch sonst in hocheríreulicher
^Veise zum Ausdruck gebracht worden.) W. H.
XIV. NACHRICHTEN VON DEN FÁRÖERN
Im vergangenen Jahre wurden die Wasserkrafte des Abflusses des Sörvaagsees bei
Midvaag auf Vaagö und die der Fossaa bei Vestmannhavn auí Strömö durch einen In-
Benieur auf ihre Brauchbarkeit zur Eleklrizitötsversorgung untersucht. Ein abschliefien-
*les Urteil úber die Möglichkeit soiclier Anlagen láfit sich noch nicht gcben. Auch in
Thorsliavn und in Vaag auf Suderö plant man die Errichtung von Elelctrizitátswerken.
Seit Oktober 1919 ist ein neues grofies Motorboot, die ,,PoIaris“, in den Lokalverkelir
zwischen den Inseln eingestellt worden. Es verkehrt regelmáfiig zwischen Ihorshavn,
'len Hafen von Ost- und Nordösterö, Klaksvig, Westströmö und Vaagö.
Zunr Propst der Fáröer wurde Pastor Dahl in Thorshavn ernannt.
Eine neue Ausgabe der Færeyingasaga ist in neufarischer Sprache unter dem "lite
^"royingasoga erschienen.
Am 1. Oktober 1919 wurde eine Vcrsicherungsgesellschajt (Tryggingarfelagið) unter
dem Namen Foroya samvirkandi neyta- og rossatrygging gegrúndet, die den Zweck
die Besitzcr von Rindern und Pferden gegen Scháden an ihrem Vieh zu versichern.
^crkwiirdigerweisc erstreckt sie ihre Tatigkeit nicht auch auf die Schafe, die als wichtig-
Haustier gerade besonders starke Einbufie durch Krankheiten und Todesfálle er-
‘eiden.
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