Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1918, Síða 15

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1918, Síða 15
und in dem kleinen Orte selbst, \vo das Mundal als Seitental des Fjaerland- fjordes nach Norden zmn Jostedalsbrae abzweigt, heiBen der Hotelwirt, der Fandhándler, der Fischer uud der Bauer Mmidal wie das Tal, der Bach und der Sáter. Bekanutlicli ist Island im Jahre 874 zuerst dauerud besiedelt worden von zwei angeseheuen norwegischen Bauern Ingolf Arnarson und Hjörleifr Hrod- marsson, welche ihre Heimat mit Kind und Kegel verlieBen, urn sich den Fin- beitsbestrebungen des Königs Harald Hárfagri (Schönhaar) zu entziehen. Bald folgten ihnen zahlreiche andere Norweger nach. Sicherlich bauten die ersten Ansiedler zuerst ihre Wohnungen im heimischen Blockhausstil aus Holz, indem sie das massenhaft angeschwemmte Treibholz, vielleicht auch die starken Planken ihrer Wikingerboote dazu benutzten. Sehr bald wurden sie jedocli durch den Holzmangel des bamnlosen Bandes genötigt, ihre Háuser aus einem anderen Material zu errichten. Und so benutzten sie fortan den massenhaft vorhandenen Rasentorf und die aus unzáhligen Spalten geflossene Uava und schufen damit einen bodenwiichsigen Bau, der den Mitteln und dem Klima der neuen Heimat in geschickter Weise angepaBt ist. Doch das rarthe und feuchte Wetter und der Mangel an Brennstoff zwang sie noch zu einer zweiten Ánderung. Die bisherige zerstreute Bau- ordnuug der Blocltháuser wurde aufgegeben, indem zunáchst Gasthaus.Wohn- haus und Vorratshaus (Fig. II, 1, 2, 3 u. 4) in eine Stirnlinie nebeneinander gelegt, ihre Zwischen- rámne durch Uavasteine und Rasentorf ausgefiillt und alle drei Háuser der Bequemlichkeit wegen hinten durch einen gemeinsamen Korridor (Fig. II, 5) miteinander und mit der Kriche (Fig. II, 6) verbunden wurden. Der nach vorn gerichtete Giebel des alten Blockhauses wurde beibehalten, aber etwas verschmálert und von auBen mit Holz verkleidet (Fig. III). Auch der Rahmen des Satteldaches mid das Innere des Wohn- und Gasthauses Wurden mit Holz verschalt, das Grasdach, welches in Island noch mehr als in Norwegen eine gute Ubersicht uber die einheimische Flora bietet, aus dem alten Vaterlande beibehalten. Im Baufe der Zeit machte die Unwegsamkeit des Dandes und der reiBende Uauf der vielejj breiten Gletscherströme, die nur zu Pferde durchfurtet werden konuten, eine Sattel- und Geschirrkammer fúr die zahlreichen Bewohner des Fig. II. GruncIriC eines islandischen Bauernhauses 15

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