Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1936, Side 24

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1936, Side 24
die Tabelle immerhin die unterscbiedliche Entwicklung, d. h. die gröBere Pro- duktionssteigerung der Fischerei richtig zum Ausdruck bringt. Endlich ist zu er- wahnen, daB die Preise in den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren wohl 3—4mal, und in den letzten aufgefiihrten Jahren 2—3mal so hoch waren wie vor dem Kriege. Heuwetter Von Einar H. Kvaran Das Wetter war einen halben Monat lang unbestandig gewesen. Gewöhnlich ohne groBe Regenfálle. Der Nebel aber war gespenstisch und miirrisch um die Berg- kanten gekrochen, hatte den ganzen Himmel verhangen und das ganze Leben grau gemacht. Von Zeit zu Zeit hatte er einen feinen Spriihregen von sich gege- ben oder es hatte auch in Strömen iiber das Heu und alles andere da unten ge- gossen, so daB es nicht trocken wurde, auBer hie und da auf den Steinen, jedoch nie völlig im Grase. Wir fanden es etwas langweilig im Laden. Ich hátte auch den gerne sehen mö- gen, der sieh dort besonders behaglich gefiihlt hátte. Der Laden stammte aus der vorigen Jahrhundertwende, ein geteerter, kohlschwarzer alter Kasten, der jetzt ganz schief und wacklig geworden war, mit kleinen niedrigen Fenstern und win- zigen Scheiben. Und die Decke war niedrig. Alles war so beschaffen, als ob man sich griindlich bemiiht hatte zu verhindern, daB unsere Blicke und Gedanken im Laden emporschweiften. Und nun kam keine Menschenseele zu uns herein, nicht einmal die wenig ar- beitsfreudigen MiiBiggánger, die gewöhnlich unentschlossen in der Ortschaft her- umlungerten und ihre táglichen Versammlungen bei uns drinnen abhielten. Wir hatten sie oft wegen ihrer Herumsteherei im Laden verwiinscht. Nun waren sie bei der Erntearbeit. Wir merkten jetzt, daB es oft lustig zuging, wenn sie bei uns waren. Sie hatten manches Witzige erzáhlt und uns allerlei Neuigkeiten von denNachbarn zugetragen. Und nun schimpften wir auf sie, weilsie nicht kamen. Wir saBen da und stierten auf die halbleeren Regale und schauderten in der naBkalten Luft. ImLaden war kein Ofen, weder im Winter noch im Sommer, und der Ofen drinnen im Kontor schickte, wenn er geheizt wurde, Rauchschwaden nach allen Richtungen, nur nicht den Schornstein hinauf. Seit dem letzten Win- ter war er nicht mehr gereinigt worden, und wir hatten keine Lust, uns mitten im Hochsommer damit abzugeben. Wir versuchten unsere Gedanken aus dem Laden hinaus zum Volk zu lenken. Dann machten wir gegenseitig Bemerkungen von groBem Scharfsinn, daB die Bauern guten Ertrag von ihrer Wiese bekommen wiirden und daB es schlimm 116

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