Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Qupperneq 20

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Qupperneq 20
z. B. Gesteinsböden, junger geologischer Aufschiittungsvorgange (tíberscliwem- mungssandar, Lavaergiisse) starker Winderosion usw., nicht zur Entwicklung gelangen kann. Abwandlung der Norm. Einen ungefáhren Úberblick iiber die GröBenordnung der verschiedenen Landschaften vermittelt folgende Zusammenstellung nach der Nutzbarkeit: Wiisten-und Ödlánder insgesamt: ......................... 54000 qkm Davon: Eels-, Sand-und Moránenwiisten: ................. 27000 „ Lavawiisten, Moos- und Elechtenlavaheiden:........ 14000 „ Gletscher-und Inlandeiswiisten: .................. 13000 „ Davon der Vatnajökull: ........................... 8200 „ Benutztes Land: ......................................... 48600 „ Davon: Berg-und Hochweide: ........................... 27000 „ Weide-und bewohntes Land: ........................ 21600 „ Davon gesamtes Kulturland in der Hauptsache aus Tun- Wiesen imd kleinen Gárten bestehend:.............. 600 „ Letztere Zahl diirfte durch die jáhrliche Vergröfierung des kultivierten Lan- des inzwischen bereits betráchtlich gewachsen sein. Einen grofien Teil des Gras- landes nehmen die Moore (Niedermoorsiimpfe und -wiesen, Zwischenmoore, weniger Hochmoore) ein. Nach einer Schátzung M. Gruners umfassen die Moor- fláchen etwa oin Zehntel des Landes. Das Fehlen des Waldes in unserem Sinne sowie die nur geringe Verbreitung und Entwicklung der Biische und Birken- buschwálder liegen nicht in der Beschaffenheit des Bodens und in den Tempera- turverháltnissen begriindet, sondern im wesentlichen in der Wirkung des Win- des. So sind die schönsten höchsten Birkenwáldchen an besonders windge- schiitzten Stellen gelegen, wobei die geographische Breite und sonstige topo- graphische Lage keine Rolle zu spielen scheint. Als Beispiele seien nur der Vaglaskógur in Nordisland und der Bæjasta^askógur im Siiden genannt, der in unmittelbarster Nachbarschaft der eisigen Gletscherströme des Vatnajökull liegt. Hinsichtlich der klimatischen Verháltnisse imd Wesensziige der subpolaren Wiesenlánder nimmt Island eine besondere Stellung ein. Dersog. Islandtyp umfaBt ozeanisch feuchte Gebiete mit milden Sommern und kiihlen Wintern. Jedoch ist das Klima Islands keineswegs einheitlich, sondern es weist zum Teil recht scharfe Gegensátze an Temperatur und besonders Niederschlágen zwischen dem Nord- und Siidlande und zwischen Kústenrand und innerem Hochlande auf. So ist der Norden wesentlich niederschlagsármer und im Winter kiihler als der iiberaus regenreiche Siiden und das Innere im Winter erheblich kálter als die siidlichen Kiistengebiete. 180

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