Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Blaðsíða 40

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Blaðsíða 40
Im Jahre 1913 erschien diese Darstellung in „Voigtlánders Quellenbúchern“; in der neuen Auflage ist sie in die von B. Kummer heraus- gegebene Sammlung von Reden und Auf- satzen zum nordischen Gedanken eingereiht. Es ist sehr erfreulich, dafl dieses Buchlein nicht vom Markte verschwunden ist; denn der Stoff ist tiberaus anziehend und die Be- handlung methodisch vorbildhch. Wer ftir den alten Norden ein werdg Anteilnahme mit- bringt, wird zielbewuflt eingeftihrt und be- kommt ein klares und vollstándiges Bild von den Voraussetzungen der tlberlieferung und deren Beurteilung, so dafl jeder Leser das Btichlein mit Befriedigung studieren wird. Die Abbildungen haben sich geandert: drei Schiffsbilder schmúcken das Heft; sonst sind nur ganz gelegentlich unbedeutende Án- derungen (Hinzuf tigung einiger Venveisungen) vorgenommen. Mir scheint, eine Stellung- nahme zu der heutigen Auffassung, dafl der „Wunderstrand“ die Sudktiste von Labrador ist, und zu den sich daraus ftir andere Örtlich- keiten ergebenden Folgerungen wie zu den Ergebnissen der Erörterung zwischen Hen- nig und Erkes tiber Hvítramaimaland hátte nicht fehlen sollen; tiber die Skrælinger ftih- ren die Mitteilungen von Matthías þórdar- son in Safn VI, 36ff. (in isl. Sprache) weiter. Dr. Ragnar Lundborg: Islands völker- rechtliche Stellung. Reehtsgeschicht- liche tíbersicht sowie eine Untersuchung tiber Islands gegenwártigo Rechtsstellung. (Internationalrechtliche Abhandlungen Nr. 25.) Berlin-Grunewald 1934. 134 S. „Island ist ein völkerrechtlich anerkanntes, souveránes Königreich ohne gemeinsame staatsrechthche Einrichturigen mit Dáne- mark. Es ist durch den von den vertragschlie- Benden Partnern einseitig ktindbaren Ver- trag vom 1. Dezember 1918 zu Dánemark in ein Verháltnis getreten, das nicht einem Staatenbund, sondern einer Staatenallianz entspricht. Da der König von Island zufállig dieselbe physische Person ist wie der König von Dánemark, herrscht Personalunion zwi- schen den beiden Staaten." So faflt der Verf. am Schlusse seino Meinung zusammen. Die Untersuchungen, auf denen sie beruht, sind so klar und ausftihrlich, dafl auch der Nicht- fachmann sie versteht; tiberall werden die Unterlagen genannt und oftmals wörthch an- gefúhrt; alles ist in den allgemeineren Zu- sammenhang gesteht, so besonders den der Staats- und Völkerrechtsforschung. An der von Jón Sigurðsson und Konrad Maurer be- grtindeten Gesamtauffassung wird festgehal- ten und daftir viele neue gute Grtinde bei- gebracht. Einzigartig und unentbehrhch ma- chen das Buch die sehr zahlreichen Gut- achten, Zeugnisse und Áuflerungen von be- teibgten Personen und namhaften Rechts- lehrern, wozu den Verf. sein einzigartiges Archiv in den Stand setzt, in dem Tausende von Briefen, Zeitungsaufsátzen u. dgl. ge- sammelt sind, und das hier erstmahg durch Veröffenthchungen erschlossen wird. Um die in Zukunft möghche Entwicklung beurteilen zu können, muB man dies Buch notwendiger- weise studieren. — Des Verf. S. 91 FuBnote erwáhnter Aufsatz in der Niedersáclisischen Hochschulzeitung ist ersehienen in der Nr. 6 vom 12. 2. 1935. Er wird im náchsten Heft angezeigt werden. Wir möchten das neue Buch noch beson- ders als Erscheinung desdeutschen Bticher- marktes begrtiBen. Kein Volk hat bisher ftir die islándische Selbstándigkeitsfrage tieferes Verstándnis gehabt als das deutsche, das am eigenen Leibe erfuhr, was es heiBt, der Frei- heit, Macht, Souveránitát, ungestörtenEigen- entwicklung beraubt zu sein. Wir ftihlen da alle rúckhaltlos mit. Aber nur wenige sind sich ganz klar darúber, wieviel die internationale Anteilnahme ftir die Fragen des Vorháltnisses der Staaten und Völker untereinander be- deutet. Das kleine Island hatte keine Macht- mittel, um Dánemark zur Anerkennung der ganz klaren Berechtigung seiner Forderungen zu zwingen, da sprang die öffenthche Welt- meinung als stárkste Sttitze ein, in diesem Falle tiber den deutschen Bticher- und Zeit- schriftenmarkt — ahe wichtigen Schriften tiber die Frago hat die nichtnordische Welt nur auf deutsch kennengelemt. Das hier an- gezeigte Buch ist ftir die Islandfrage wohl ab- schheBend, aber es bleiben andere nordische Forderungen offen, und auf sie sei hicr hin- gewiesen, zumal da die Bticher zu unserer Frage oftmals auck diese weiteren bertihren: die Færœr- und die Grönlandfragen. Die drei 200

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