Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Qupperneq 39

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Qupperneq 39
von K. Reichardt. Jena, E. Diederichs Jena 1934. In Leinen M 3.60. Mehr als jemals frtther ist die allgemeine An- teilnahmo der Islandersaga zugewendet und damit aueh das Bedttrfnis nach einftthrenden Bttchern eingetreten. Will man dem Anfánger dienen, gibt man ihm entweder ausgewáhlte einzelne Sagas, im wesentlichen ungektirzt, in die Hand, oder man veranstaltet eine Aus- wahl aus dem gesamten Material. In letzterem Palle ist es möglich, die verschiedenen Seiten des Lebens vorzufuhren und einen reichen Einblick in Denken und Art der alten Nord- germanen zu vermitteln. Diese Porm ist im vorliegenden Bande gewáhlt. Der Verfasser ist ein anerkannter, tttchtiger Pachmann, die Ausstattung ist des Verlages wttrdig und der Preis staunenswert niedrig. Die Einleitung sagt kurz und ohne alle entbehrliche Gelehr- samkeit das Notwendige, was man zum Ver- stándnis unbedingt wissen mufi; dann aber verzichtet der Verfasser darauf, sich weiter- hin zwischen Text und Leser zu stellen, und tiberláfit diesem selbst sich sein Urteil zu bilden und in das tiefere Verstandnis einzu- dringen. Es gibt zweifellos Leute, denen die- ses Verfahren willkommen ist, anderen, die nicht so ganz selbstándiger Art sind, ist ein Hinweis, worauf es in diesem oder jenem Pall ankommt und wie Handlung und Rede nach dem Empfinden der Beteiligten aufzufassen ist, zur Erleichterung willkommen; daher wird das im gleichen Verlag vor zehn Jahren zu annáhernd gleichem Zwecke erschienene Buch von G. Neckel, „Germanisches Weson in der Prtthzeit“ mit seinen gehaltvollen Ein- leitungen sein Recht neben diesem behaup- ten. Die Aufnahme von verschiedenartigstem Stoff hat zur Polge, daG die ausgewahlten Abschnitte zumeist ziemlich kurz sind, und das hat den Nachteil, daC der Leser sich im- mer erst wieder in die durchaus nicht durch- weg einfachen Voraussetzungen eindenken muC. Auch hier kommt Neckels Buch durch die Wahl zusammenhángenderer Partien dem Leser mehr entgegen. Das Buch kann also unbedingt empfohlcn werden als erste Einftthrung fttr jemand, der ohne jede fremde Bevormundung sich einen Einblick in die Art und Vielseitigkeit der Fa- miliensaga verschaffen will, oder, was das- selbe heiCt, den Menschen des alten Nordens unmittelbar kennenlemen will. (DaC auch ein paar Stttcke aus der Königssaga beigezo- gen sind, istnur natttrlich.) Aber einen Wunsch möchte ich aussprechen. Wáre es nicht mög- lich, durch Verwendung von Kartenskizzen, wie sie in den spáteren Bánden der Samm- lung Thule sich finden, wenigstens in einigen wichtigen Fallen daftír zu sorgen, daC die geographischen Namen nicht in der Luft schweben ? W. H. O.Neckel: Germanisches Heldentum. E. Diederichs, Jena 1934. Geb. M 0.80. Vor 20 Jahren erschien in kleinem Pormat in einer Sammlung „Tatbttcher fttr Peldpost“ in demselben Verlag ein Heftchen, das den- selben Titel trug und von demselben Ver- fasser stammte (vgl. „Mitteilungen“ III, S. 33). Dieses Heft liegt uns heute in gröCe- rem Pormat wieder vor. Es verdient die Er- neuerung. Man möchte bedauern, daC die damals sehr zeitgemaGe Einftihrung: „Bar- baren“ weggefallen ist; sie wáre auch heute noch recht beachtenswert; die einleitende Abhandlung „Helden“ ist ihrem Inhalt nach in das Nachwort verwiesen. Die Wesensnot der alten Germanen kann man im Ganzen darstellen, wie das die Auf- gabe von Auswahlen aus den Sagas ist, man kann aber auch einen hervorleuchtenden Zug herausgreifen und diesen an dem gegebenen Material lebendig machen. Da lieGen sich eine ganze Reihe von Einzelarbeiten denken. Ein solcher Versuch liegt hier vor; nötig war es dabei, die Anschauungen unserer Zeit mit denen der alten Germanen zu vergleichen und durch Herausarbeiten des Gleichen und des Unterschiedhchen den Stoff zu beleuchten. In dieser Iíunst hat der Verfasser sich lángst als Meister erwiesen. Ich habe seinerzeitdas Heftchen wiederholt auf Wanderungen im Thttringer Wald mit Primanern, die bald darauf ins Feld zogen, ge- lesen: so weiC ich, wie es auf empfángliohe Gemttter wirkt. Es sei daher angelegentlichst empfohlen. W. H. O.Neckel: Die erste Entdeckung Ame- rikas im Jahre 1000 n. Chr. durch die Normannen. Mit 3 Abbildungen. 2. Aufl. Klein, Leipzig 1934. M 1.50. 199

x

Mitteilungen der Islandfreunde

Direct Links

Hvis du vil linke til denne avis/magasin, skal du bruge disse links:

Link til denne avis/magasin: Mitteilungen der Islandfreunde
https://timarit.is/publication/323

Link til dette eksemplar:

Link til denne side:

Link til denne artikel:

Venligst ikke link direkte til billeder eller PDfs på Timarit.is, da sådanne webadresser kan ændres uden advarsel. Brug venligst de angivne webadresser for at linke til sitet.