Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Síða 42

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Síða 42
erkennung seiner groBen wissenschaftlichen Verdienste die Ehrenmedaille aus Gold. Die feierliche tjberreiehung wurde durch Konsul Dr. Timmermann im Beisein des Rektors der islándischen Universitát und der Dozenten der medizinischen Fakultát im deutschen Konsulat vorgenommen. Eine Wurdigung Prof. Hannessons folgt im náehsten Heft. Eine Ausstellung von Werken des is- lándischen Kunstphotographen Vig- fus Sigurgeirsson, Akureyri, wurde am 8. Márz 1935 in Hamburg in dem Neubau der Kunsthalle am GlockengieBerwall eröffnet. Unter den zahlreich Geladenen waron als Ehrengáste unter anderm Senator v. All- wörden, der Prásident der Landesunter- richtsbehörde Witt, der Rektor der ham- burgischen Universitát Prof. Rein und der dánische Vizekonsul in Hamburg, Graf Knuth. Der Verleger der Hamburger Illu- strierten, Herr Broschek, dankte zuerst in einer kurzen Ansprache dem Verein der Is- lánder in Deutschland, auf dessen Einladung hin der Kunstler naoh Hamburg gekommen sei, und der in Zusammonarbeit mit der Deutseh-Nordischen Gesellschaft und der Hamburger Illustrierten die Ausstellung er- möglioht habe. Die Ausstellung wurde dann vom Vorsitzenden der Deutsch-Nordischen Gesellschaft in Hamburg, Senator v. Allwör- den, eröffnet. In seiner Ansprache wies er dar- auf hin, daB die Ausstellung in enger Verbun- denheit der Deutsch-Nordischen Gesellschaft mit dem Verein der Islánder in Doutschland, Vorsitzender Björn Kristjánsson, zustande gekommen sei. Senator v. Allwörden zeich- nete sodann aus eigener Anschauung ein Bild von der GroBartigkeit und Weitráumigkeit der islándischenLandsohaft. Femab von Poli- tik sei die Deutsch-Nordischc Gesellschaft bemiiht, den Austausch kultureller Guter zu fördern.der zwangsláufig auch wirtschafthche Zusammenarbeit bringe. Senator v. Allwörden ftilirte weiter aus, daB das Brudervolk im hohen Norden nicht nur auf Vorposten stehe, sondern Reykjavik sei ebenso ein Kulturzen- trum germanischor Art wie Oslo, Stockholm und Kopenhagen. Auf einem Boden, auf dem Eis und Feuer sich bekampfen, seien auch die Menschen im harten Kampfe gestáhlt wor- den. Er wúnsche der Ausstellung vohen Er- folg, nicht nur wegen der Ausstehung an und ftir sich, sondem wegen des Gedankens, den sie verkörpere und lebendig gestalte: daB der heroischoNorden ein Symbol sein mögedaftir, daB nur im Kampfe sich der Mensch bewáhrt. Die AussteUung umschloB etwa 70 Bilder. Sie werden den Ruf des jungen LichtbUdners, den er schon in Island hat, auch bei uns be- grúnden. In einer gltickhchen Vereinigung von Geftihls- und Verstandeskráften bedient sich Vigfus Sigurgeirsson seiner Kamera. Dem Kenner Islands, wie auch demjenigen, dem die Insel unbekannt ist, tibermittelt die Aus- steUung eine woitgehende DarsteUung des eigenartigen, grandiosen, heroischen Charak- ters der Natur, die gepaart ist mit Milde, IdyU und Mystik. Nur um einige Bilder zu erwáhnen, möchte ich nennen das im Schein der Mittemachtssonne wie von einem Gold- flor umhtillte Akureyri, das strenge AntUtz Isafjördurs, die drohend gigantischon Fels- klötze der Westmánnerinseln, die Reode von Reykjavik mit dem lebhaften Sehiffsverkehr, das beruhmte Thingvellir, die groBen Wasser- fálle Goðafoss, Dettifoss, GuUfoss, das gUt- zernde Eismassiv des Vatnajökull, die er- loschenen Vulkane, die trostlosen Lavaebe- nen, die kochenden Geysire oder das Idyll des Mývatn (Mtickensee). Die AussteUung, deren Reinertrag dem Winterhilfswerk zugedacht war, dtirfte dazu beigetragen haben, die Freundschaftsbande mit unserem Brudervolk im Norden noch fester zu kntipfen. Charles Htinerberg Einen Island-Abend in Hamburg ver- anstalteten am 7. Februar der „Verein der Islánder in Deutschland" und die „Deutseh- Nordische GeseUschaft Hamburg“ im Ham- burger Studontenhaus. Nach einem kurzen Vortrag von Björn Sveinsson tiber Island wurde der aus Reykjavik entliehene Island- film gezeigt. Die Veranstaltung wurde ge- schlossen mit den Nationalhymnen „O Guð vors lands“ und „Deutschland, Deutschland tiber aUes“. Der Andrang zu dem Abend war so groB, daB trotz der Ausnutzung auch des letzten Stehplatzes viele keinen EinlaB finden konnten. Es istdies ein neues erfreuhches Zei- chen f tir die wachsende Anteilnahme an Island 202

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