Mitteilungen der Islandfreunde - 01.03.1935, Side 44
bauem uberhaupt eine nicht unbetráchtliche
Verbesserung seiner Erwerbsquellen bedeu-
ten. Daher sind die groBen Hoffnungen, die
Island auf diesen Handel setzt, recht ver-
stándhch. H. V.
Das Vordringen des Automobils in
Island. Wie die letzte Autozáhlung des Lan-
des zeigt, dringt der Siegeslauf des Kraftwa-
gens, der in Island die Rolle der Eisenbahnen
iibemommen hat, unaufhaltsam vor. So ist
das Kraftfahrzeug, erst eine Nachkriegs-
errungenschaft fiir Island, heute schon in
jeder Sýsla vertreten. In Reykjavik ersetzen
Autobussedie StraCenbahnen. Insgesamt lau-
fen auf Island 1665 Kraftfahrzeuge, davon
637 Personenwagen, 922 Lastwagen und
106 Motorráder. (Fiir die Verwendung von
Motorrádem ist das Land ungeeignet.)
Die Betrachtung der einzelnen Automarken
ergibt ein deuthches Bild iiber die Herkunft
der islándischen Einfuhrwaren und den
Anteil der verschiedenen Lander. Bei den
Lastwagen sind 25, bei den Personenwagen
43 Firmen vertreten. Den Hauptanteil ma-
chen amerikanische, englische, französische
aus (Ford, Essex, Buick, Chevrolet, Stude-
baker, Pontiac, Nash u. a. m.). Darunter ist
aber nieht ein einziges deutsches Er-
z e u g n i s vertreten. Warum nicht ? H. V.
Ausbau und Verbesserung des islán-
dischen Wegenetzes. 3 Tage Landweg
Reykjavik bis Seyðisfjörður. Die fiir
das Jahr 1935geplante Erweiterung und Ver-
besserung der Autowege bezieht sich in der
Hauptsache auf die beiden groIBen Wege zum
N- und O-Lande und zum S- und SO-Lande.
Nach den ÁuBerungen des Direktors des
StraBenbaus Geir Zoéga ist es jetzt möghch,
von Reykjavík aus mit dem Auto in 3 Tagen
nach den Ostfjorden, nacli Seyðisfjörður
zu gelangen: 1. Tag Reykjavík—Blöndúós
288 km; 2. Tag bis Húsavik 246 km; 3. Tag
bis Seyðisfjörður 270 km. Die schlechtesten
Strecken dieses Weges: im Hvalfjörður, auf
der Holtavörðuheiði und Ljósavatnsskarð
werden zuerst in Angriff genommen. Die
Wegearbeit auf derHoltavörðuheiði war, wie
berichtet, schon im Sommer 34 im Gange;
doch ist sie dort besonders schwierig. Letz-
teres gilt in erhöhtem MaBe fiir die Weg-
strecke Ljósavatnsskarð. Im Borgarf jord wird
eine Briicke uber die Andakilsá bei der Land-
wirtschaftsschuleHvanneyrigebaut. Dadurch
bleibt der Weg unter Umgehung des Dragsháls
dann immer lángs am Meer im Flachlande.
Auf dem Wege zum SO-Lande war man im
letzten Sommer bereits auf der Höf ðabrekku-
heiJi in Mýrdal an der Arbeit. Die liber-
brúckung der Múlakvislar soh den weiteren
Autoweg ostwárts nach Sí ðu ermöghchen.
Auf diesem Súdkiistenweg gelang es im
November vorigen Jahres Helgi Guðmunds-
son (Teilnehmer der VatnajökuUreiso des
Verf. 1932) zum ersten Male mit seinem Auto
von Hornafjörður im SO des Landes am
RandedesVatnaj ökull entlang durcli brúcken-
lose Gletscherflússe und die ausgedehnten
Sand- und Lavawiisten durchzukommen und
Reykjavik zu erreichen. Eine höchst an-
erkennenswerte Leistung! — H. V.
Bedeutsame Verbesserung des islán-
dischen Naehrichtenwesens. Neue
Fernsprechlinien. Im Sommer 1934 wurde
stark an der Erweiterung des Femsprech-
wesens gearbeitet. So wurden folgende 7 neue
Femsprechlinien errichtet:
1. Hauptlinie von Borgames tiber Bratta-
brekku nach Búðardalur und von dort als
Bezirkslinie nach Haukadal und Miðdala
hinauf.
2. Linie von StaðarfeU nach Skarður an der
Skarðsströnd mit Abzweigung nach Dag-
verðames.
3. Linie von Amgerðareyri nach Melgraseyri.
4. Linie von Stóra Fjarðarhorn nach Brod-
danes am KoUaf jörður in der Strandasýsla.
5. Linie von Sauðárkrókur nach Hraun am
Skagatá hinaus. Ebenso wurdendie Haupt-
linien von Kolugafjall zum Laxárdal hin-
auf verbessert.
6. LinievonEgUsstaðir aufVellirúberHróars-
tunga nach FossveUir und von dort den
Jökuldalur aufwárts bis Skjöldólfsstaður.
7. Linie von Torfustaðir in Biskupsstungu
naoh Geysir.
Femer wurden Einzellinien zu verschiede-
nen Höfen, besonders in der RangárvaUasýsla,
gelegt. Weiterhin ist eine Linie nach Hjörsey-
jar und Straumfjörður auf Mýrar in Angriff
genommen. Innerhalb des Kústenplatzes
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