Jökull - 01.12.1955, Blaðsíða 11
Fig. 1.
1: Kiesrúcken, Spaltenausfull-
ung. 2: Stauchendmorane. 3:
Blockendmoráne. 4: Úberfahr-
ene Slauchendmoráne. 3: Stauch-
endmoránen, júnger als 1890. 6:
Grundmoránenrúcken, z. T. úb-
er Toteis. 7: Sander. 8: Oser
(Esker). 9: See.
Die 1890er Endmorane zieht als schmaler,
scharfer Riicken von der Kringilsá bis zur Jök-
ulsá. An cler Kringilsá uncl im östlichen Ab-
schnitt bis in die Náhe der Jökulsá sind feine,
humose Staub- und Sandlagen mit eingefaltet-
er Aschenschicht vom Askjaausbruch 1875, zu
einem Wall, im Osten auch zu zwei Wállen,
hochgepresst. Diese landschaftliclr höchst anzieh-
ende Gegend wircl Hraukar genannt. Auch in
der 1890er Endmoráne am Eyjabakkagletscher
sah ich diese Aschenlage mit eingefaltet. Sander
sind wenig hervortretend.
Dicht westlich der Jökulsá á Brú sinkt die
Endmoráne, immer kúmmerlicher werdend,
etwa 40 m tief bis fast auf die Jökulsá herab.
Nur ein sehr dúnner Eislappen kann hier her-
unter gehangen haben. Denn eine hobe, alte
Seeterasse ist ein Stúck ohne Ausráumung úber-
fahren und mit unbedeutendem Blockwall be-
setzt. Auch am östlichen Ufer ist am Sander-
kopf eine nur niedrige Block- und Kiesmoráne
liegen geblieben. Von hier aufwárts zieht eine
wenig zusammenhángende, schmale Endmo-
ráne bis Eisrand in Maríutungur hinauf.
Schon Pálmi Hannesson fielen 1933 (Thorar-
insson 1938) schmale, radial angeordnete
Rúcken auf dem Grundmoránenfelcl auf. Er
hielt sie fúr Spaltenausfúllungen. Es sind nie-
drige bis einige Meter hohe Rúcken aus Grund-
moráne. Sie verlaufen fast parallel zueinander
in der ehemaligen Fliessrichtung des Gletschers.
In úberaus charakteristischer Weise úberziehen
sie clas ganze Moránenfeld, Höhen sowohl wie
Táler, bis an die Sclimelzwasserablagerungen
in der Náhe des Gletschers. An mehreren Stel-
len treten im rechten oder schiefen Winkel auch
Querrúcken von meist niedrigerer Gestalt dazu.
Dadurch entstehen mehr oder weniger grosse
Kammern. Es handelt sich um Ausfúlhtngen von
Grundspalten, wie wir bereits 1927 in Spitz-
bergen fast vom statu nascendi an liaben studie-
ren können. (Gripp, 1929).
Schon 1931 beobachtete ich Grundspaltenaus-
fúllungen am Skaftafellsgletscher in Oræfi
(Todtmann 1932) und 1951 in bescheidener
Ausbildung am Svínafellsgletscher in Horna-
fjörður. Auch 1950 sah ich die Reste solcher
Grundspaltenfúllungen auf dem Vorfeld des
Brúarjökull zwischen Ivverká uncl Kringilsá.
Ebenfalls Gunnar Hoppe fand sie hier 1952.
(Hoppe 1953). Auf seine Ausfúhrungen werde
ich ein anderes Mal eingehen.
Diese Grundspaltenrúcken ziehen úber einen
zusammengestauchten Endmoránenbogen hin-
weg, der in s/4 und 1 km Entfernung innerhalb
der 1890er Moráne liegt. Sie ist etwa 10 m hoch
und bis úber 50 m breit. Das Material ist eben-
falls humos feinsandig, aber an der Oberfláche,
besonders am Nordhang, liegt Grundmoráne in
der viel Toteis gesessen hat und noch sitzt. Die
weisse Bimsteinasche von 1875 kommt selten vor,
meist vom 1890er Eis gefaltet. Icli möchte als
sicher annehmen, dass es sich hier um die End-
moráne von 1810 liandelt. (Thoroddsen 1905).
Eine zusammenhángende Endmoráne kommt
bis zum Gletscher nun nicht mehr vor. Nur ein
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