Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Blaðsíða 41
reiche Schrift von Karl Ahlenius: Olaus Magnus och hans fremstállning af
Nordens geografi, Upsala 1895, sowie desselben Verf.s ergánzende Abhand-
lung: Till kánnedomen om Skandinaviens geografi och kartografi under
1500-talets senare hálft, mit einer kurzen Úbersicht in deutscher Sprache
(Skrifter utg. af K. Humanistika Vetenskaps-Samfundet i Upsala, Bd. 6, 5)
Upsala 1900, fiir jeden, der sich mit dem interessanten Gegenstand befafit,
auch heute noch besondere Beachtung.
IX. DIE YULKANIZITAT ISLANDS
Von Professor Dr. Karl Sapper-Wiirzburg
nter allen gröfieren isolierten Uandkörpern der Erde ist kein einziges
in so ausgesprochenem Mafie ein Geschenk des Vulkanismus, wie
Island. Was an sedimentáren Formationen auf der nordischen Rieseninsel
nachgewiesen ist, verschwindet ganz gegeniiber den vulkanischen oder auf
vulkanische Vorgánge zuriickfiihrbaren Gesteinen. Ungeheuer waren die
Basaltmassen, die sich im Gebiet der Insel ergossen haben, Uage iiber Uage
túrmend, gewaltig aber auch die Uockermassen, die im Uaufe der geolo-
gischen Geschichte des Gebiets in die Uiifte geschleudert worden waren
und niederfallend zum Aufbau des Uandes beigetragen haben. Wir können
uns keine Vorstellung von den Fördermengen machen, die in friiheren geolo-
gischen Zeitráumen inmitten des atlantischen Ozeans an der Grenze des
Polarkreises aus dem Erdinnern hervorgekommen sind, denn es kann wohl
kein Zweifel sein, dafi das gegenwártige Island nur ein Úberrest eines einst
gröfieren Uandgebiets darstellt, iiber dessen Ausdehnung und Gestalt wir
nichts wissen. Wenn manche an eine ehemalige Uandbriicke zwischen Eu-
ropa und Grönland denken und sich dabei vorwiegend auf geologische und
pflanzengeographische Griinde stiitzen, so ist demgegeniiber festzustellen,
dafi die tatsáchlichen Verháltnisse und Úbereinstimmungen sich auch auf
andere Weise erkláren lassen.
Sei dem nun wie ihm wolle, sicher ist, dafi der gegenwártige Vulkanismus
Islands nur ein schwacher Nachklang des tertiáren ist, obgleich er, namentlich
was Uavaiiberflutungen des Uandes in geschichtlicher Zeit betrifft, allesiiber-
trifft, was auf der Erde unter den Augen des Menschen sonst erfolgt ist
— selbst einschliefilich der ungeheuren Uavaiiberschwemmungen, denen der
Siidteil der Insel Uanzarote 1730—1736 ausgesetzt gewesen ist.
Da wir in Island nur den Rest eines einst gröfieren Uandgebiets vor uns
haben, so ist es auch nicht möglich, iiber die Uage und Streichrichtung der
ehemaligen Hauptförderlinien Vermutungen zu áufiern, um so weniger, als
auch fiir die sichtbaren Uavabánke nur in wenigen Fállen eine gut begriin-
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