Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 90

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 90
Der Flugverkehr — denn nur um diesen handelt es sich einstweilen — ist noch keine Generation alt; der Weltkrieg hat seine Entwicklung allerdings in aufierordentlichem Mafie beeinflufit, sehr im Gegensatz zum Duftschiffverkehr, der durch den Krieg kaum irgendwie positiv befruchtet worden sein diirfte. Dabei fallen die weiten Entfernungen, unter denen Island von jeher gelitten hat, besonders ins Gewicht, und zwar nicht nur die Entfernungen innerhalb der Insel, sondern auch die Tausende von Kilometern, die sie von der iibrigen Kulturwelt trennen. Von dieser Seite betrachtet, könnte also der Euftverkehr kein giinstigeres Betáti- gungsfeld finden als in und um Island. Soweit ich unterrichtet bin, hat der islándische Flugverkehr bislang eine sehr befriedigende und fast iiberraschende Entwicklung genommen. Dabei kommen in erster Linie Kiistenfliige und Fliige zwischen Reyk- javík und den wenigen iibrigen gröfieren Orten in Frage, insbesondere solchen, wo die Zeitersparnis gegeniiber der Seereise besonders grofi ist. Aufierdem wird man wohl in absehbarer Zeit auch der Frage der Ein- beziehung Islands in den Weltluftverkehr náhertreten miissen; hier wáre angesichts der wenig befriedigenden Bedienung des Seeverkehrs die Zeit- ersparnis geradezu umwálzend, und eine zweckentsprechende Tarifpolitik könnte revolutionár wirken und den Personenverkehr zur See entweder zu grundlegender Modernisierung zwingen oder totschlagen. Ob und wie es dazu kommen wird oder ob es nicht dazu kommen wird, das vermag heute noch kein Mensch zu sagen. Das eine freilich dtirften die vorstehenden Zeilen gezeigt haben: Auch Island kann heute der modernen Verkehrsmitlel nicht mehr enibehren. Von der Eisenbahn abgesehen, dienen sie ihm alle, Kraftwagen, Dampfschiff, Flugzeug, nicht minder auch Telegraph, Telephon und Kabel. Mögen die zivilisatorischen Fortschritte, die sie bringen, mit helfen, Tráger der alten islándischen Kultur in alle Welt zu sein! Das ist mein Wunsch zur iooojáh- rígen Verfassungsfeier dieses femen und uns doch so nah-verbundenen Landes. XVII. DÉRISLÁNDISCHE VOLKSCHARAKTER Von Georg Weber Den vorzuglichen Darstellungen der Charaktereigenschaften der Is- lánder, die wir besitzen, soll hier keine neue und sollen keine neuen Beobachtungen hinzugefugt, zur Frage, ob sie sich in letzter Zeit gewan- delt, nicht Stellung genommen1, vielmehr der unveránderlichen Grund- 1 Vgl. Erkes in diesen Mitteilungen 15/41, mit Bibliographie, der ich nur nachtrage: Guðmundur Finnbogason, 'Islenzk eðlisfar, Skirnir 99 (1925), und auch Land og þjóð, Reykjavík 1921. 124
Side 1
Side 2
Side 3
Side 4
Side 5
Side 6
Side 7
Side 8
Side 9
Side 10
Side 11
Side 12
Side 13
Side 14
Side 15
Side 16
Side 17
Side 18
Side 19
Side 20
Side 21
Side 22
Side 23
Side 24
Side 25
Side 26
Side 27
Side 28
Side 29
Side 30
Side 31
Side 32
Side 33
Side 34
Side 35
Side 36
Side 37
Side 38
Side 39
Side 40
Side 41
Side 42
Side 43
Side 44
Side 45
Side 46
Side 47
Side 48
Side 49
Side 50
Side 51
Side 52
Side 53
Side 54
Side 55
Side 56
Side 57
Side 58
Side 59
Side 60
Side 61
Side 62
Side 63
Side 64
Side 65
Side 66
Side 67
Side 68
Side 69
Side 70
Side 71
Side 72
Side 73
Side 74
Side 75
Side 76
Side 77
Side 78
Side 79
Side 80
Side 81
Side 82
Side 83
Side 84
Side 85
Side 86
Side 87
Side 88
Side 89
Side 90
Side 91
Side 92
Side 93
Side 94
Side 95
Side 96
Side 97
Side 98
Side 99
Side 100
Side 101
Side 102
Side 103
Side 104
Side 105
Side 106
Side 107
Side 108
Side 109
Side 110
Side 111
Side 112

x

Mitteilungen der Islandfreunde

Direkte link

Hvis du vil linke til denne avis/magasin, skal du bruge disse links:

Link til denne avis/magasin: Mitteilungen der Islandfreunde
https://timarit.is/publication/323

Link til dette eksemplar:

Link til denne side:

Link til denne artikel:

Venligst ikke link direkte til billeder eller PDfs på Timarit.is, da sådanne webadresser kan ændres uden advarsel. Brug venligst de angivne webadresser for at linke til sitet.