Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 32

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Carta marina spricht. Zunáchst beweist die Einzeichnung der drei feuer- speienden Berge, daíi Olaus Magnus von der durchaus richtigen Tatsache Kenntnis hatte, dafi die vulkanische Tátigkeit auf Island sich keineswegs auf die im Ausland fast allgemein als einzigen Vulkan bekannte Hekla be- schránkte. Wie Thoroddsen in seiner Geschichte der islándischen Vulkane, 1925, feststellt, hatten wáhrend des Jahrhunderts vor Herausgabe der Carta marina die im Siidland gelegene Kaíla i. J. 1416, ein nicht festgestellter Vulkan i. J. 1477, die Trölladyngja auf Reykjanes, ferner die Iielda und auBerdem ein nicht genannter dritter Vulkan i. J. 1510 heftige Ausbriiche. Diese geschichtlichen Tatsachen waren auf Island in allgemeiner Erinnerung; iiber Namen und Lage der verschiedenen Vulkane war man jedoch auf Island wenig, im Ausland gar nicht unterrichtet. Allgemein bekannt war, wie gesagt, eigentlich nur der Name Hekla, den die norwegisch-dánischen und deutschen Islandfahrer durchweg als Iiekelfiel oder Heckelberg wieder- gaben. Nun wuBte man auch von einem Kloster Helgafell, das u. a. durch seinen Reichtum an Butter und entsprechende Butterausfuhr beriihmt war und am FuBe eines gleichnamigen Berges, in Wirklichkeit eines einzeln stehenden, nur 65 m hohen Hiigels Helgafell im Westlande am Breiðifjörður lag. Diesen Hiigel wie das Kloster nannten die Auslánder Helgafiel oder Heilichberg, und aus der Áhnlichkeit der Namen mit Hekelfiel oder Hechel- berg konnte bei Unkundigen leicht die Meinung aufkommen, es handle sich beim Helgafell entweder um die Hekla selbst oder doch um einen andern feuerspeienden Berg in ihrer Náhe. Die Carta marina kennt sogar zwei Berge Helgafell (besonders ausgeprágt auf der Sonderkarte von 1548, s. u.), wovon der eine in lateinischer Úbertragung als Mons Sanctus beim Kloster (abbatia) Helgafell ohne vulkanische Kennzeichen, der zweite in der Náhe durch Flammen und Steinaiiswtirfe als Vulkan dargestellt und in dem bei- gefiigten Kommentar als Helgafell bezeichnet wird. Ob, wie Ahlenius (s. u.) mutmaBt, der seit geschichtlicher Zeit erloschene, nur 240 m hohe, fiir die Vulkantátigkeit auf Island bedeutungslose Berg Helgafell auf Heimaey auf den Westmánnerinseln, oder (was auch Ahlenius ablehnt) eine am Wege von Hafnarfjörður nach Krisuvík liegende Höhe Helgafell zu der Namen- und Ortsverwirrung beigetragen hat, mag dahingestellt bleiben; die Wahr- scheinlichkeit dafiir ist jedenfalls um so geringer, als es sich um keine Vulkane handelt, deren Tátigkeit man sich erinnern konnte. Was sodann Mons Crucis anbelangt, so hat es auf Island einen Vulkan dieses oder áhnlichen Namens nie gegeben. Der Name scheint vielmehr nur eine naheliegende Umschreibung fiir Mons Sanctus gewesen zu sein; spáter betrachtete man ihn als selbstándigen Berg und wie fálschlich Helgafell, aber richtig Hekla, als einen tátigen Vulkan. Úbrigens ist es leicht möglich und 78
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