Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Blaðsíða 39
pulus (Hvalsbak), ein groBer flacher Felsen, der einem Walfischrúcken áhn-
lich sieht, im Osten der Insel Papey.
Ficklers Karte hielten viele, darunter sogar Adolf Erik Nordenskiöld,
fur einen Nachdruck der Carta marina, ein Irrtum, der erst durch Brenners
Auffindung der echten Karte des Olaus Magnus endgúltig beseitigt wurde.
Der Kommentar „Kurtzer begryff" ist áhnlich wie der Kommentar ,,Ad
Dectorem" in der lateinischen Ausgabe von 1567, eine recht freie Úber-
setzung oder Bearbeitung der italienischen „Opera breve", unter Mit-
benutzung des deutschen Kommentars „Ain Auslegung"; doch ist sie keine
unmittelbare Verdeutschung von „Ad Bectorem". Zur Ficklerschen Karte
pafit der Kommentar „Kurtzer begryff" nur ganz oberfláchlich. Auf Island
beziehen sich in ihm annáhernd zwei Druckseiten. Es sei noch erwáhnt,
daB der Verlag Henricpetri seiner lateinischen Ausgabe des Olaus Magnus
1567, die, wie gesagt, ohne Karte war, in einigen Exemplaren die FW ge-
zeichnete Karte aus der deutschen Ausgabe lose beilegte; dies erk’árt, daí3
sich auch in einzelnen Exemplaren der Baseler lateinischen Ausgabe die
Fickler-Karte findet.
In demselben Jahre 1567 erschien in StraBburg bei Theodosius Rihel
eine weitere deutsche Úbersetzung der Historia des Olaus Magnus unter
dem Titel: Beschreibung allerley Gelegenheyte, Sitten, Gebráuchen und
Gewonheyten der Mitnáchtigen Völcker . . ., tibersetzt von Israel Achaliits,
Pfarrer an der Kirche St. Johann zu WeiBenburg a. Rhein (jetzt in Frank-
teich gelegen). Der Oktavband (16 : 10 cm) enthált 337 gezáhlte Blátter,
136 Bilder, keine Karte. Die stark verktirzte Úbersetzung ist durchweg in
besserem Deutsch geschrieben und empfiehlt sich durch gröBere Klarheit
und weniger Fremdwörter als die von Fickler. Die Widmung an „Georg
Hansen, Pfaltzgraven bei Rhein, Hertzogen in Bairn . . .“, trágt das Datum
Weissenburg, 1. Sept. 1567. Ein Zusammenhang mit der Ficklerschen Úber-
setzung oder eine Anlehnung an sie scheint nicht zu bestehen. Island ist
ahnlich wie im Urtext behandelt. Alilenius bezeichnet die Ausgabe des
Achatius als eine Úbersetzung des lateinischen Auszugs, den' der Ant-
Werpener Stadtschreiber Cornelius Scribonius Grapheus 1558 bei Plantin
in Antwerpen erscheinen lieB.
Was Olaus Magnus in seiner Carta marina, den dazu geschriebenen Kom-
mentaren und in seiner groBen Historia tiber Island berichtet, hat Thor-
valdur Thoroddsen in seiner „Geschichte der islándischen Geographie",
deutsche Úbersetzung von August Gebhardt, Bd. 1, S. 124 ff., wenn auch
nur auszugsweise, doch immerliin so hinreichend dargestellt, daB auf Wieder-
gabe hier verzichtet werden darf; soweit die Originaltexte nicht zugángig
sind, sei auf jenes Werk verwiesen. Die Zahl nennenswerter Irrttimer tiber
85