Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 86

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gefahren, obwohl hier grofienteils keine ausgebauten StraBen zur Verfiigung standen. Der Kraftwagen ist es auch gewesen, der erst den Briickenbau zusehends gefördert und gefordert hat. Wer noch um 1900 durch Island reiste, weifi, daJ3 gerade der Mangel an Brxicken iiber die zahlreichen Ströme des Siidlandes das Reisen sehr beschwerlich machte, ja, gelegent- lich geradezu stark gefáhrdete. Auch diese Romantik diirfte nun der Vergangenheit angehören; denn es sind in den letzten Jahren eine ganze Reihe schwer iiberschreitbarer Fliisse iiberbriickt worden und damit die Straíien erst zu wirklichen Durchgangsverkehrswegen ausgebaut worden. Die Initiative, mit der der Strafienbau modernisiert wurde, darf nicht minder unsere Bewunderung erregen wie der vorhin geschilderte Bau der Handelsflotte. Wie aber steht es — so wird man mit Recht fragen — mit.dem modern- sten Mittel des Dandverkehrs, der Eisenbahn ? Hier ist es bislang freilich zu einer Tat nicht gekommen. Island ist vielmehr heute noch ein eisen- bahnloses Dand, das einzige eisenbahnlose Land ganz Euroþas. Damit soll allerdings nicht gesagt sein, dafi die Frage eines Eisenbahnbaues niemals eine Rolle gespielt habe; im Gegenteil, unmittelbar vor dem Weltkrieg schien auch dieses Problem seiner Dösung entgegenzugehen, als auf Ver- anlassung der islándischen Volksvertretung der Plan einer Eisenbahn von Reykjavík aus in den Bezirk Rangárvellir aufgestellt und in allen technischen Einzelheiten durchgearbeitet wurde. Dieser aufierordentlich interessante Bericht an das islándische Mini- sterium — die einzige Eisenbahnvorlage in islándischer Sprache, die es iiberhaupt gibt! — ist vom 10. Juni 1913 datiert und wie folgt iiber- schrieben: „Skýrsla til Stjórnarráðs 'Islands um rannsókn járnbrautar- stæðis frá Reykjavík austur í Rangárvallasýslu" (Reykjavík 1913, 24 Seiten). Hier erfahren wir, daí3 das islándische Althing bereits im Jahr 1907 eine gröfiere Summe zur kartographischen Aufnahme der Insel bewilligt hat (Mafistab 1 : 50 000); diese Aufnahme sollte zunáchst die Gebiete bearbeiten, die fiir den Bau einer etwaigen Eisenbahn in Frage kamen, und an der Hand des so gewonnenen wertvollen Kartenmaterials ist dann das östlich der Eandeshauptstadt gelegene Gebiet gegen Ran- gárvellir hin náher untersucht worden. Die geplante Eisenbahn sollte eine Eánge von etwa 102 km bekommen, ausschlieíilich einer etwaigen siidlichen Seitenbahn nach Eyrarbakki, fiir die man weitere 19 km projektierte. Die baulichen Voraussetzungen dieser Eisenbahnlinie sind — wie nicht anders zu erwarten — nichts weniger als giinstig. Sowohl die Neigungsverháltnisse als auch die Ge- lándegestaltung legen einem Bahnbau enorme Hemmnisse in den Weg. 122
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