Mitteilungen der Islandfreunde - 01.06.1932, Page 39
X. BÚCHER UND ZEITSCHRIFTEN
ISLANDKATALOG der Universitatsbibliothek Kiel und der Universitats- und
adtbibliothek Köln. Herausgegeben von der Universitatsbibliothek Kiel, bearbeitet
^on Olaf Klose. (Kataloge der Universitatsbibliothek Kiel, herausgegeben von Christoph
eber. I.) Kiel 1931. 423 S.
er bereits in der Julinummer des vorigen Jahres angekiindigte Islandkatalog ist
'azwischen erschienen. Er stellt ein iiber alles Erwarten umfangreiches und bedeut-
sames Werk dar.
Die Not der Zeit gebietet den Bibliotheken, sich neben ihrer heute nicht mehr ganz
zu erfullenden allgemeinen Aufgabe ein Spezialgebiet zu wáhlen und möglichst voll-
standig auszubauen, um wenigstens auf diese Weise auch weiterhin eine Erfassung
er Weltbucherproduktion in Deutschland zu ermöglichen. Von dieser Notwendigkeit
ausgehend hat sich der Direktor der Kieler Universitátsbibliothek, Christoph Weber,
as Ziel gesteckt, Kiel als die geographisch und durch ihre Einrichtungen bedeutendste
degestátte der nordischen Wissenschaft und der deutsch-nordischen Kulturbezie-
ungen zum Hauptsammelplatz des gesamten nordischen Schrifttums zu machen.
!ese Bemuhungen sind in den letzten Jahren dank der groBzúgigen und unermúd-
lchen Tátigkeit Direktor Webers soweit gefördert worden, daB der Plan entstehen
korrnte, eine Reihe von Spezialkatalogen der nordischen Bestánde der Kieler Uni-
Versitátsbibliothek herauszugeben. Der erste Katalog dieser Art ist der vorliegende von
Olaf Klose bearbeitete Islandkatalog, in den auch die an die Kölner Universitats- und
Stadtbibliothek úbergegangene Island-Sammlung von H. Erkes aufgenommen worden ist.
■tu dem Islandkatalog ist ,,alles zusammengefafit, was inund iiber Island erschienen ist.
ann enthált der Katalog aber auch alle Schriften von Islándern jedweden In-
I);
s, einerlei, ob sie in Island oder auBerhalb des Landes leben oder gelebt haben.
in einen Islandkatalog das altnordische Schrifttum gehört, ist eine Selbstverstánd-
^alti
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Wchkeit; denn ohne die altnordische Literatur, die zum úberwiegenden Teil in Island
eutstanden ist, ist auch das moderne Island nicht zu denken.“ Der Katalog umfaBt
406 Nummern; nach Abzug der Verweisungen verbleiben 6967 Titel. Davon sind
3i84 in beiden Bibliotheken, 1489 nur in Köln, 2294 uur in Kiel. Die Kieler Bestánde
sind, in der neueren und neuesten Literatur vollstándiger, die Kölner in der álteren
ueratur. Diese Zahlen bedeuten einen Grad der Vollstándigkeit des Island-Schrift-
ums, daB der Katalog fast einer Islandbibliographie gleichkommt. Damit wird das
zu einem einzigartigen und nicht mehr zu entbehrenden Hilfsmittel fúr
lede umfassendere Beschaftigung mit Island. Besonders dankenswert sind hierbei
le mit groBer Vollstándigkeit gegebenen Verweisungen, die es ermöglichen, die ver-
Schiedenen Ausgaben des betreffenden Werkes im Original und in Ubersetzungen
U'iibelos festzustellen. Diese Erleichterung wird z. B. jeder, der sich in gröBerem
uifang mit der Sagaliteratur bescháftigt, sehr warm begrúBen. Auch sonst ist alles
Sctan, um den Katalog zu einem möglichst praktischen Hilfsmittel zu machen. Ein
ufphabetisches Titel- und ein Schlagwortregister sorgen fúr schnelles Zurechtfinden.
u der systematischen Anlage des Katalogs, die von den periodischen und bibliogra-
Phiscben Schriften úber die Landeskunde und Naturwissenschaften zu den Geistes-
Vissenschaften fortschreitet, spiegelt sich in organischer Gliederung der gesamte
ereich der Islandkunde.
f-'fe Kieler Bibliothek hat mit diesem Werk eine groBe und dringliche Aufgabe ge-
°st. Es liegt im Wesen dieser Aufgabe, daB sie sich immer fortsetzt. Wir wúnschen,
aL s'e auch in Zukunft gleich grúndlich und groBzúgig bearbeitet wird. Damit ist
Ulcht nur der nordischen Wissenschaft, sondern allen, die irgendwie mit Island zu
Uri haben, ein groBer Dienst erwiesen.
• Kutalog sollte von Anfang an eine Jubiláumsgabe zur Tausendjahrfeier des
, au<iischen Aldings sein. Er bleibt dies, auch wenn er erst reichlich ein Jahr spáter
hat
srscheinen können. Neben den anderen deutschen Festgaben, erinnert sei an die
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