Mitteilungen der Islandfreunde - 01.06.1932, Blaðsíða 47
HEINRICH ERKES f
Atn i. April ist H. Erkes, Bibliotlieksrat i. R., unser Schrift-
fiihrer, an einem Herzleiden gestorben. Sein Verlust ist fiir
unsere Gesellschaft unersetzlich; wer ihn kannte und mit ihm
in bestándiger Beziehung stand, steht an der Bahre eines treuen,
zuverlássigen edlen Freundes.
In den weitesten Kreisen, wo man von Island etwas weiB,
ist der Name Erkes wohl bekannt. Seine Sammlung islándischer
Biicher (die jetzt eine Zierde der Universitátsbibliothek in Köln
bilden) war als Privatbibliothek nicht nur der Zahl nach auBer-
ordentlich, sondern hervorragend durch die Raritáten und Frith-
drucke; sein kleiner „deutsch-islándischer Sprachfiihrer" hat
manchem gute Dienste geleistet; seine geographischen Unter-
suchungen auf Island, die er auf wiederholten Reisen immer
weiter vertiefte und ausbaute, werden seinen Namen in der
Wissenschaft am Leben erhalten. Diese Leistungen sind um so
erstaunlicher, wenn man bedenkt, daJ3 Erkes von Beruf Kauf-
mann war und alle diese Interessen zunáchst als Liebhaberei
pflegte. Úbrigens hat er auch viele Jahre lang als Stadtver-
ordneter in Köln eine sehr einflufireiche Stellung bekleidet und
ist mehrere Jahre preufiischer Dandtagsabgeordneter gewesen.
Sein letztes Schriftchen war ein kleiner Wegweiser zum
Daacher See und Umgebung; dort hielt er sich in den letzten
Jahren seit dem Tode seiner Frau, den er nicht verwinden
konnte, oft und lange auf.
Nur 67 Jahre hat H. Erkes erreicht. Wir danken ihm fiir
die Fiirsorge und treue Mitarbeit, die er wáhrend der ganzen
Zeit des Bestehens unserer Vereinigung ihr gewidmet hat. Der
Vorschlag, unter den heutigen Verháltnissen die Vierteljahres-
hefte durch ein Jahrbuch zu ersetzen, ging von ihm aus, und
es fiel ihm schwer, sich dazu zu entscliliefien. W. Heydenreich