Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Síða 8

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aus (Thule 5, 200 f.); bezeichuend, wie der Prosaist das Schlupfrige der Verse nur zimperlich umschreibt — ahnlich wie bei einer Strophe der Kor- makssaga (Thule 9, 191). Ist das auch ein Unterschied der Zeiten? (Zur Zeit dieser Verse sprach man noch freier?) Die Derbheiten der Bjarnar- saga, der Eigla (Thule 9, 108 f.; 3, 115. 211) fallen kaum noch ins Komische, und gewisse stehende Zoten (Thule 4, 59; 5, 43; 7, 35; 13, 229) sind als grobes Schelten ohne Dachwirkung zu fassen. Was man „riihrenden Humor" genannt hat, wird man in unseren Geschichten spárlich auftreiben. Doch möchten wir hierher záhlen ein paar Farbenflecke an dem Knáblein des Thorgils in der Geschichte der Ueute aus Floi (Thule 13, 119 f.). Die einzelnen Familiensagas stellen sich zum Komischen recht ungleich. Mehrere geben gar keine Ausbeute. Die Geschichten von Gunnlaug, von demÁchter Hörd, von dem Swarftáler Goden Djot, von den Waffenföhrdlern imd von Hrafnkel ruhren kaum je an das Uachhafte. Unter den humor- reiclien Sagas stehen mehrere anerkannt jiingere Fassungen: die Geschichten von Havard, Finnbogi, Grettir und Njal, die Novelle von Bolli, auch der Hauptteil der Uachstálergeschichte und die Saga vom durchtriebenen Ofeig. Von den als altertiimlich geltenden Sagas hat viel Komisches die Rauch- tálergeschichte, auch die vom Goden Snorri, weniger die vom Hochland- kampfe. Wir denken hier an keine erschöpfende Musterung; wir versuchen nur, einige wiederkehrende Arten zu sondern und mit ausgewáhlten Bei- spielen zu verdeutlichen. Zwischen unseren fiinf Gruppen laufen begreif- licherweise keine festen Grenzen; auch Mischungen werden uns begegnen. 1. Einem an sich neutralen, ja sogar blutigen Hergang setzt der Erzáhler von sich aus ein komisches Streiflicht auf. Den Erzáhler regt der Hergang zu einem subjektiven Witz an. Vorliebe dafiir hat die Rauchtálergeschichte (Thule 11), und zwar in dem Sinne, dafi der Todschlag an einem Minder- wertigen die Schadenfreude des Sagamannes reizt. Kap. 11: Wáhrend Thorleif zwei Rinder aus dem Stalle rauben will, soll sein SpieBgeselle Hrafn den Hirten bewachen, damit er nicht Eárm schlage. Hrafn geht zu dem Hirten „und bewachte ihn auf die Art, dafí er ihm die Axt in den Kopf trieb und ihm damit gleich den Tod gab; nun, meinte er, werde er von ihrem Zug wohl nichts erzáhlen". Kap. 12: Dem Thorgeir hat Vemund Winter- quartier versprochen, wenn er Steingrim erschlage. Aber Steingrim kommt ihm zuvor, „erschlug den Thorgeir und verschaffte ihm damit das Winter- quartier: die Arbeit nahm er damit Vemund ab‘‘. Der gleiche Henkershumor in der Saga von Glum (Thule 11, 69): Bard „ubernimmt die Sache" gegen Hallvard und zieht zur gerichtlichen Vorladung. „Als er zu Hallvard kam, fiihrte er die Sache rasch zum Abschlufi: er hieb ihm den Kopf ab. . . Auch die Erschlagung des Sklaven Egil in der Eyrbyggja (Thule 7, 107) wird 54
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