Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 29

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bischof von Upsala geworden war, verlieJB 1526 fiir immer Schweden, nach- dem ihn die Reformation seines Amts und seiner Einkiinfte verlustig er- klárt hatte. Er weilte seitdem, grofienteils mit seinem Bruder, im Siiden, schrieb eine Geschichte des Erzbistums Upsala, ferner eine Geschichte der Könige Schwedens, die auch wertvolles geographisches Material enthielt, und starb 1544 in Rom. Papst Paul III. iibertrug die (Titular-)Erzbischof- wiirde von Upsala auf Olaus Magnus, und dieser nannte sich daher in seinen Schriften: Olaus Magnus Gothus Archiepiscopus Upsalensis, Suetiae et Gothiae Primas; in den deutschen Ausgaben iibersetzt als: O. M. aus Gothien, Erzbischof zu Upsala in Schweden und Primas in Gothien. In Italien verkehrte Olaus Magnus mit Vorliebe in gelehrten Geographen- kreisen. Er war mit Ramusio befreundet und lernte durch ihn viele der an- gesehensten Forscher und Reisenden der Zeit kennen. Auch genofi er unter ihnen ein nicht geringes Ansehen, da er iiber die damals im Siiden nur wenig bekannten nordischen Lánder grofienteils aus eigner Anschauung und im iibrigen nach besten Hterarischen und miindlichen Quellen weit mehr als alle anderen zu berichten wuBte. Er kannte die nordischen Seebiicher und Segelanweisungen des 14. bis 16. Jahrhundeits, von denen sein Bruder Johannes eine wertvolle Sammlung besessen haben soll, ferner die áltere Eiteratur, besonders Saxo (um 1200), auch die Forschungsergebnisse des Claudins Clavus (15. Jahrh.) usw., und nicht an letzter Stelle hatte er selbst öianches miindlich von Einheimischen und Besuchern der verschiedenen lyánder des Nordens erfahren. Dank Vermittlung seines Freundes Ramusio und der Freigiebigkeit des batriarchen von Venedig legte Olaus Magnus sein geographisch-kultur- geschichtliches Wissen von der nordischen Welt zunáchst in einer groBen Kandkarte nieder, die an Reichhaltigkeit wie verháltnismáBiger Richtigkeit °der Genauigkeit alle bisherigen Nordlandkarten ubertraf, und die er selbst als „Arbeit vieler Jahre“ bezeichnete; sie erschien in Holzschnitt unter dem íitel: Carla marina et descriptio septemtrionalium terrarum 1539 zu Venedig 'Hid war bei Tommaso Rossi bei der Rialtobriicke (in Apotheca Thome de Kubis in corona super ripam ferri prope Pontem rivi alti) káuflich. Der ■kreis dieser Karte ist nicht bekannt, muB jedoch hoch gewesen sein, da Slch die Herstellungskosten nach dem Nachweis von Hans Hildebrand (Svensk Historisk Tidskrift, Bd. 4, 1884, S. 310; vgl. auch Hermann A. Schumacher in Zeitschrift der GeseHschaft fúr Erdkunde zu BerHn, 1893) auf nicht weniger als 440 Dukaten beliefen. Da ein Golddukat 34,42 g Gold ungefáhr Rm 9,60 entspricht, so kostete die Herausgabe der Karte, wenn es sich um Golddukaten handelte, rund Rm 4200, oder falls venetianische Silberdukaten gemeint sind, immerhin etwa 1500 Rm (Gold), im einen wie 75
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