Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 31

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náher an die Wirklichkeit heran als auf irgend einer álteren Karte. Was die vordem fiir die besten gehaltenen Darstellungen des Dánen Claudius Clavus um 1427 (vgl. Axel Anthon Björnbo und Carl S. Petersen: Der Dáne Claudius Claussön Swart (Claudius Clavus). Neue Bearb. unter Mitwirkung der Verfasser iibers. v. Ella Eesser. (Innsbruck 1909) und die sich darauf, wie teilweise auch auf miindliche Berichte aus zweiter Hand stiitzenden Karten der beiden Deutschen Nicolaus Germanus (Donis Karte), Ulm 1482, und Jakob Ziegler, Strafiburg 1532, mit bezug auf Island boten, steht hinter der Carta marina des Olaus Magnus weit zuriick. Auf dieser lassen sich zum ersten Mal die Hauptjormen der Kustenlinie einigermaBen wirklichkeitsáhn- lich erkennen. Man sieht zunáchst deutlich die im áuí3ersten NO gelegene Halbinsel Melrakkasljetta; von ihr aus sind nach W in richtiger Reihenfolge als Einbuchtungen usw. angedeutet: Axarfjörður, Eyjafjörður, Skagafjörður, Húnaflói, Nordkap, 'Isafjörður, die Westfjorde mit Breiðifjörður, Snæfellsnes nrit Snæfellsjökull, Eaxafjörður mit Hafnarfjörður, Geirfuglasker und die úbrigen Westmánnerinseln, die fjordlose Súdkúste und, allerdings zum Teil falsch, d. h. im W statt im O der Súdkúste lokalisiert, die Ostfjorde, schlieB- lich gegen NO Vopnafjörður mit seinen vorgelagerten (viel zu groCen) Scháren. Da weder Olaus Magnus selbst, noch vor ihm, so weit bekannt ist, irgend ein anderer auslándischer Geograph Island besuchte, so mússen bei der ver- háltnismáfiig richtigen Zeichnung der Kústenlinie — selbst angenommen, daJ3 Olaus die alten islándischen Fjordverzeichnisse kannte —, die múndliclien Angaben guter Gewáhrsmánner mitgewirkt liaben. Als solche kamen auJ3er norwegisch-dánischen und deutschen Islandfahrern, d. h. Schiffern, Fischern und Kaufleuten, die im 16. Jahrh. zahlreich Island besuchten, mutmaBlich auch Islánder in betracht, mit denen Olaus bei seinen Reisen namentlich in Nidaros in Norwegen oder in Eúbeck, Hamburg, Bremen gesprochen haben öiag. Waren sie auch keine wissenschaftlich gebildeten Eeute, so konnten sie doch úber ihre Heimat manches genauer als Fremde berichten. Daher stellt wohl auch das Landesinnere Islands sich auf der Carta marina gegen- Öber allen álteren Karten mit erheblichen Verbesserungen dar; einige schein- bar sehr grobe Fehler lassen sich ziemlich befriedigend aufkláren. Dai3 z. B. die beiden Bischofssitze Skálholt und Hólar westöstlich statt súdnördlich zueinander gezeichnet sind, verschuldet wesentlich die er- 'vahnte, im Grunde genommen auf unbeachtet gebliebener Mií3weisung des Kompasses beruhende falsche Orientierung der Karte. Besonders fállt so- ^ann die verfehlte Eage des Klosters Helgajell im SSO statt im WT Islands auf. Hierzu gibt die Kartierung der Vulkane Mons Hekla, Mons Sanctus und ^fons Crucis eine Erklárung, die mehr fúr als gegen die Zuverlássigkeit der 77
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