Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Síða 37
Weit dartiber hinausging und, im Gegensatz zu der ziemlich schnell ver-
gessenen Karte lánger als ein Jahrhundert hindurch einen grofien inter-
nationalen Leserkreis und weitgehende Beachtung, ja Beriihmtheit ge-
funden hat. Das Buch ist 26 : 18 cm groJÖ, enthált 815 paginierte Seiten
und rund 475 Illustrationen. Es ist dem Erzbischof und Kurfiirsten von
Köln, Adolf III. von Schauenburg (Schaumburg), gewidmet, den Olaus
bei Gelegenheit des Konzils von Trient (wahrscheinlich ums Jahr 1551)
Persönlich kennenlernte, und der sich fiir den Norden lebhaft interessierte.
Von der Historia erschienen von 1555—1669 zwölf lateinische Ausgaben
°der Ausziige, teils mit, teils ohne Bilder; ferner tíbersetzungen des ganzen
oder verkiirzten Textes in italienischer (2), deutscher (2), französischer (1),
cngliseher (2), hollándischer (2) und neuerdings auch eine in schwedischer
Sprache. Walter Scott erwáhnt das Buch in seinem Roman ,,The Pirate“
als das alte Buch der Norna vom Fitful-Head, das dem Udaller Magnus
'f'ioil so gut gefiel. Es enthált in 22 „Biichern" eine sehr reichhaltige, doch
nngleiclimáfiige und wenig geordnete Zusammenstellung von Schilderungen
aus Geschichte und Kulturgeschichte, Geographie und Naturbeschreibung
^er nordischen Eánder. Island wird darunter an einer gröfieren Anzahl
verstreuter Stellen erwáhnt und teilweise ziemlich ausfiihrlich behandelt.
^as die Kommentare von 1539 uber Island sagten, wird teils wiederholt,
feils erheblich vermehrt und erweitert. Auch den Abbildungen auf der
^-arta marina, die sich zum Teil im Buche wiederfinden, werden weitere
hinzugefiigt. Zu den Island betreffenden Illustrationen lassen sich etwa
2ehn rechnen, die sich auf S. 59, 61, 62, 149, 240, 342, 576, 621, 660, 733
^es Originalwerkes befinden und u. a. das Vorkommen von Schwefel, die
Islándischen Vulkane und Quellarten, die Erscheinung Ertrunkener, die
■^ampfe fremder Kauffahrer untereinander, ferner Eisbáren, Singschwáne
Illl(l aufgestapelte Fische darstellen.
Am Schlusse der Vorrede bringt die Historia 1555 eine eingedruckte,
11111 eine Buchseite ausfiillende Texikarte, „Regnorum Aquilonarum des-
CriPtio, hujus Operis subjectum"; sie stellt einen sehr verkleinerten Aus-
schnitt aus dein Mittelstiick der Carta marina dar, enthált auBer den Lánder-
llll(f Inselnamen, wie Islandia, nur vereinzelte andere Namen, dazu Bilder
^011 Schiffen und Seeungeheuern. Diese kleine Karte lieB Olaus Magnus
Zllerst in dem von ilim herausgegebenen Werke seines verstorbenen Bruders
j°hannes iiber die Könige Schwedens, Rom 1554, als „Scandianae insulae
lridex“ erscheinen und fiigte sie dann seinem eigenen Werke von 1555 bei;
Sle fand auch Aufnahme in die groBe italienische tíbersetzung, Venedig
die Ahlenius irrtiimlich als kartenlos bezeichnet.
í)ine vollstándige Neuausgabe des lateinischen Urtextes mit einigen Bei-
83