Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 42

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dete Ansicht iiber den Verlauf der Ausgangsspalten geaufiert werden kann. Noch weniger aber sind Spekulationen uber die Fördermenge des ganzen is- lándischen Gebiets in tertiárer Zeit möglich. Soviel ist aber deutlich er- kennbar, daB in damaliger Zeit die Förderlinien und -Punkte sich úber eine weit gröBere Fláche verbreitet haben, als in geschichtlicher Zeit, wo sie in der Hauptsache auf einen nahe der Stidkúste verlaufenden, ungefáhr westöst- lich gerichteten und einen fast senkrecht darauf stehenden östlich der Mittel- linie Islands meridional verlaufenden schmalen Streifen konzentriert sind. Man darf dabei nicht etwa an je eine einzige Spalte denken. Dazu sind die einzelnen Ausbruchsstellen und -Dinien viel zu unregelmáBig angeordnet und auchaxrf allzu breiteBánder verteilt, vielmehr muB mansichvorstellen, dafi es sich um Zerrúttungsstreifen handelt, in denen die von unten andrángen- denvulkanischen, teils gasförmigen, teils feuerflússigenMassen bald ineinzel- nen Schloten gefördert wurden, bald aber auch in Sonderspalten, die oft der Hauptstreichrichtung des Streifens entsprachen, oft aber auch schrág dazu stehen. Dabei wissen wir aus geschichthchen Ausbruehsnachrichten, clafi das Aufbrechen der Spalten keineswegs immer auf einen Ruck erfolgte, sondern gar manches Mal auch nach und nach mit zeitlichen und ráumlichen Unterbrechungen vor sich ging, wie namentlich der Uaki-Ausbruch von 1783 (Varmárdalur oder Skaptárjökull) deutlich gezeigt hat. Es kam auch vor, wie man am Heklasystem sehen kann, daB eine ganze Anzahl von parallelen Einzelspalten schrág zur Hauptrichtung sich bildeten. Wieviel juvenile Massen, vor allem Eava und Eockermaterialien, von den beiden Hauptförderstreifen Islands in vorgeschichthcher quartárer Zeit gefördert worden sind, entzieht sich fúr alle Zeiten unserer Kenntnis. Da- gegen kann man sich wenigstens eine ungefáhre Vorstellung von der Förder- leistung derselben wáhrend der geschichtlichen Zeit machen. Es ist freilich nur in seltenen Fállen möghch, eine gut begrúndete Berechnung der geför- derten Stoffe zu machen, soweit sie fest gewordeu und auf der Erdoberfláche abgelagert sind, wáhrend die sicherlich oft ungelieuer groBen Massen aus- gehauchter Gase sich selbst der rohesten Schátzung spröde entziehen. Aber wenn man auch zugeben muB, daB angesichts des Mangels genauer Kar- ten aus der álteren Zeit jede Berechnung der geförderten Mineralstoffe lediglich als eine etwas besser begrúndete Schátzung angesehen werden muB, so gentigt doch das vorhandene Schátzungsmaterial trotz aller Mangel- haftigkeit zu einem annáhernden Úberblick úber die Gesamtförderung ein- zelner Vulkane oder Vulkangebiete. Fúr Island sind derartige Schátzungen vor allem von meinem verehrten Freunde Th. Thoroddsen gerade in ent- scheidenden Fállen gewagt worden. Da die Riesenausbrúche, um die es sich hier hauptsáchlich handelt, in ihrer Gesamtförderung oft Hunderten von 88
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