Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 44

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gleichwertig gewesen. Nimmt man die von mir geschátzten Förderwerte als annáhernd verwendbar an, so findet man, daB das siidislándische, áqua- torial gerichtete Vulkansystem absolut und relativ bedeutend höhere För- derung gehabt hat, als der ostislándische meridional gerichtete Vulkan- streifen, denn bei ersterem errechnet sich seit 1500 eine gesamte l,avaförde- rung von 14 cbkm bei einer Fockerförderung von etwa 6, wáhrend das öst- liche Gebiet im gleichen Zeitraum nur ungefáhr 1 % cbkm Fava und 4 cbkm Fockerstoffe geliefert hat. Das ergibt, auf je 100 km Dánge des Vulkangebiets berechnet, fiir die siidislándische Provinz 4 cbkm Dava- und 1,7 cbkm Dockerförderung, wáhrend die Zahlen bei der östlichen Vulkanzone nur 0,5 und 1,2 betragen. Dazu kommt, dai3 die beiden islándischen Vulkan- streifen (mit einem Vulkan auf 23 bzw. sogar — in Ostisland — 20 km Dánge des Gebiets) die allerengste Reihungsdichte aufweist. Island ist also weitaus das leistungsfáhigste Vulkangebiet der Erde, was Davaförderung allein betrifft. Genau so, wie die Hauptlockerförderungsgebiete eine Zwischenlage zwi- schen grofien Kontinentalmassen besitzen, so ist dasselbe auch bei Island, dem Hauptlavafördergebiet der Fall. Das kann kein Zufall sein. Dabei bekunden aber diese Maximalfördergebiete durchaus die Figenart ihrer geographischen Sonderlage, denn die drei Hauptlockerförderbezirke ordnen sich der pazifischen Umrahmung unter, die durch starkes Vorwiegen der Uockerförderung ausgezeichnet ist, wáhrend Island im atlantischen Becken liegt, wo die Uavaförderung das Úbergewicht behauptet. Wer den modernen Gedankengángen eines A. Wegener iiber Verschieb- barkeit der Kontinente zuneigt, wird, wie ich in einer besonderen Arbeit1 vor kurzem angedeutet habe, die besonders grofie Entfaltung der vulkani- schen Kraft in den Zwischengebieten zwischen Kontinenten auf Bewe- gungen dieser grofien Erdschollen gegeneinander oder auseinander zuriick- zufiihren versucht sein, wobei eine Verschiebung von Erdschollen, ganz im Sinne der TFege«erschen Anschauung, sowohl in westlicher Richtung als auch áquatorwárts zugrunde liegen könnte. Es sei dahingestellt, ob nicht die Annahme abyssaler, unter den Kontinenten und Meeresböden vor sich gehender Magmaströmungen eher eine befriedigende Erklárung zu liefern vermöchte. Jedenfalls fállt aber auf, daJ3 im pazifischen Raume die Haupt- förderstreifen vorwiegend áquatorial oder — Mittelamerika — schrág ge- richtet sind, aber nicht meridional, wie es bei einer energischen Westwárts- bewegung der Kontinente erwartet werden miiBte. In Island finden wir aber sowohl die áquatoriale, wie die meridionale Richtung der Vulkanstreifen 1 40 Jahre Vulkanforschung. Verh. phys.-mediz. Gesellschaft zu Wurzburg, N. F., Bd. LIII, S. 139«. 90
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