Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 46

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nach den Falken, die nach Aussage Hallgríms, des Bonden von Gríms- staðir, noch jetzt dort nisten sollen. Mit den Toten hat also der Name nichts zu tun, wie ich friiher auf Grund der Bandamannasaga annahm. Am 20. Juli 1912 beabsichtigte ich, diese Státte aufzusuchen. Ein schwe- rer Tag lag hinter uns, an dem wir von fruh 8 Uhr bis abends 7 Uhr fast ununterbrochen geritten waren. Nur zwischenKolbeinsstaðir und derEldborg hatten wir eine lángere Mittagspause gemacht, wáhrend der wir mit Hummer und Ananas und einem Kognak, wofiir Ögmundur treulichst gesorgt hatte, meinen Geburtstag feierten. Der Ritt war durch ziemlich öde Gegend gegangen. Kein Mensch war uns begegnet. Das Wetter wurde leidlich. Zur Rechten erblickten wir das Meer, das sonnenklar vor uns lag, zur Uinken aber hingen die Berge voll schwerer Wolken, die ein von Siid-West wehender Wind vomMeere gebracht hatte. Durch Sumpf und iiber steinichtenBoden, den von den Bergen lierabströmendes Wasser befeuchtete, ritten wir bis zur Haffjarðará, von da an auf der neuen vortrefflichen Uandstrafie bis zur Hitá. Uber diese fiihrt eine gute Briicke, an der der FluJ3 einen kleinen Wasserfall bildet, den Brúarfoss (Bild 1). Hier verlieBen wir die Uand- straBe, die nach Borg fiihrt, und bogen hnks ab, um nach Staðarhraun zu gelangen, wo wir bei dem Pfarrer und dessen Gattin freundliche Aufnahme, ein treffliches Nachtmahl und gutes Quartier fanden. Die Gegend hatte sich nicht viel geándert. Steiniges Gefilde und Uava- boden muJ3te úberritten werden. Unser Ziel war Giímsstaðir, das wir nach dreistúndigem Ritt erreichten. Anfangs war das Wetter leidlich, aber kurz vor Grímsstaðir setzte ein túchtiger Regen ein. Doch den konnten wir ruhig abwarten, da uns Hallgrímur Nielsson wáhrenddessen mit Kaffee und Kuchen freundlich bewirtete. Er begleitete uns dann auch nach der Ebene, die sich undir Valfell hinzieht. Hier erhebt sich im Hintergrunde eine Reihe von Bergen, die nicht sehr steil nach der Ebene hin abfallen (Bild 2). Zwischen zwei dieser Felsen ist ein Einschnitt, úber den sich die kleine Urriðaá er- gieJ3t, die hier einen Wasserfall bildet. Vor uns liegt eine weite Ebene, die von der Uangá durchflossen wird, so daJ3 man hier weithin das Uand úber- blicken kann (Bild 3). Auch fúhren von verschiedenen Seiten Wege hierher. Dazu ist genúgend Wasser fúr die Rosse vorhanden. Es sind also die Haupt- bedingungen erfúllt, die seinerzeit die Wahl der Allthingstátte begúnstigt haben: Wasserreichtum und leicht zu erreichendes Gelánde. Dazu befindet sich auf erhöhtem Orte eine kreisrunde, jetzt mit einem Erdhúgel bedeckte Fláche, die als Thinghúgel gedient haben mag. Ueider ist jetzt der gröBte Teil des Bergabhanges mit Birkengestrúpp bedeckt, so daJ3 Ausgrabungen schwierig sind. Trotzdem war ich úberzeugt, daJ3 hier die Thingstátte der Borgfirðingar gewesen sei und unterlieB es daher, weiter ostwárts zu reiten, 92
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