Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 49

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um auch Tliinghóll an der Gljúfrá aufzusuchen. Vielmehr ritten wir den Weg, den nach meiner Auffassung einst Thorstein und sein Begleiter gemacht haben muBten. Es ging iiber at Grenjum nach Borg. In ungefáhr 12 Minuten sahen wir jenes zur Rechten liegen (Bild 4). Dann kamen wir an die Langá, an deren rechten Ufer wir fast bis zur Múndung vier Stunden entlang ritten. DerRitt war recht beschwerlich; steinichter und schlammiger Boden wech- selten miteinander. Erst als wir die Briicke uber die Dangá passiert hatten, fuhrte eine gute Strafie in ungefáhr einer halben Stunde nach Borg, wo uns Pfarrer Einar Friðgeirsson und seine Gattin in seltener Gastlichkeit aufnahmen. Mit Einar sprach ich auch uber die Thingstátte. Auch er war ganz uber- zeugt, dafi diese undir Valfell in der Náhe von Grímsstaðir zu suchen sei; er hat seine Auffassung im Skírnir 1917 (S. 319 ff.) veröffentlicht, und um beide Sagastellen zu vereinen, die Ánderung vorgeschlagen, in der Egils- saga statt „neðan með Gljúfrá" zu lesen „með Uangá“. Unterdessen hat Matthias Þórðarson Ausgrabungen an der betreffenden Stelle vorgenom- men und nichts in der Erde gefunden, das fúr tíberbleibsel einer alten Thingstátte sprechen könnte. Er hált also Thinghóll in der Náhe der Gljúfrá fúr diese. Und dafúr scheint auch eine andere Stelle der Egilssaga zu sprechen (Kap. 83). Denn wenn Thorstein auf seinem Heimweg von Grísartunga die Thingstátte bertihrt, so liegt Thinghóll náher als die Gegend unter den Habichtsbergen. Mit der von Björn Olsen vorgeschlagenen Streichung der Worte „upp undir Valfell“ in der Gunnlaugssaga freilich ist nichts gedient, da gleich darauf ausdrucklich noch gesagt wird: „als die drei hinaufkamen nachundir Valfell", was auch die allmáhliche Bodensteigung von at Grenjum aus verstándlich macht. Wollen wir beide Sagas zu ihrem Rechte verhelfen, so muB man annehmen, da!3 in den fúnf bis sechs Jahren, die zwischen dem ProzeB der Egilssaga und dem Ritte Thorsteins nach der Gunnlaugssaga liegen, die Borg- firðingar ihre Thingstátte etwas nach Súdosten verlegt haben, wofúr auch das hervorgehobene damals („dort war damals die Thingstátte der Borg- firðingar“) spricht, was vermuten lá!3t, da!3 sie zu anderer Zeit anderswo gewesen ist. XI. DIE DRANGAHALBINSEL Von Paul Herrmanu I. EINIGE VORBEMERKUNGEN Um meine Studien tiber Island zu einem annáhernd endgultigen Ab- schlufi zu bringen, fehlte mir noch die Kenntnis der Westfjorde und der nordwestlichen Halbinsel. Die Aufgabe, die ich mir daher fúr Sommer 9}
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