Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Síða 54

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und erreickten nach weiteren 4 km hinter drei Seen, von denen der mittelste der gröfite war, das Sæluhús (,,Unterkunftshiitte“), drei Holmen gegeniiber. Der See ist fast 5 km lang; sein Siidende iiber 2 ]/2 km breit, verengert sich nach Norden immer mehr und ist zuletzt nur % bis % km breit. Das Tal von dem EinfluB der Eangivatnsá bis zum PaB Sópandaskarð, der es mit dem Hörðudalur verbindet, ist etwa 8 km lang, wenn man den Uangárdalur mit hinzurechnet, und ist rings von den Gebirgen umgeben, die die Táler am Breiðifjörður von der Uandschaft Borgarfjörður trennen. Die ganz ansehnliche Fischerhiitte aus Beton ist 4% m lang, 21/, m breit, hat ein Fenster nach vorn, drei nach dem See zu und besteht aus zwei Ráumen: der eine dient zum Unterstellen der Pferde, der andere zum Schlafen, hier waren ein Petroleumkocher, Zeitungen und Biicher zum Eesen wáhrend des langen Wartens. Heu als Unterlage und zum Zudecken gab es genug. Die im Herbst gesammelten Schafe werden auf der kleinen Halbinsel der Hiitte gegeniiber zusammengepfercht, damit sie nicht fortlaufen können. Merkwiirdig genug ist das allerliebste, nur 200 m ii. d. M. liegende Tal heute nicht mehr bewohnt. Nach dem guten Zustande der Hiitte zu schliefien, scheint der See zwar wiederkolt im Herbst abgefischt zu werden, aber menschliche Niederlassungen finden sich nicht mehr. Und doch war das Tal schon friih besiedelt worden. Skallagrímr gab seinem Freigelassenen Gríss Eand oben am Gebirge, die Grísartunga (Dandnámabók II, 3). Bersi goðlauss nahm den ganzen Uangivatnsdalr und wohnte im Torfhvalastaðir (Und. II, 4; II, 32). Nach der Gunnlaugssaga (K. 4, Thule IX, 34) befand sich in diesem „Uangseetal" ein Gestiit mit 4 roten Rossen, in der Náhe ein anderes mit einem grauen Hengst und 4 Stuten und eine Sennhútte, Þorgils- staðir. Endlich wird das Tal mit dem Sópandaskarð noch Uaxdœlasaga 62,3 erwáhnt (Thule VI, 190). Kálund nennt noch drei andere Höfe: Borg, Vatns- endi und Hafrstaðir (Bidrag til en historisk-topografisk Beskrivelse af Island, Kop. 1877/82; I, 365; vgl. II, 414). Nur nach volkstiimlicher tíberheferung, nicht nach urkundlichen Belegen, soll das Tal bis zum Auftreten des Schwar- zen Todes auf Island im Anfang des 15. Jahrhunderts bewohnt gewesen sein. Nach den Mitteilungen meines Fiihrers Ögmundur Sigurðsson soll Skalla- grímr selbst hier eine Sennhutte gehabt haben, Skallagrímssel, an dessen Stelle spáter ein kleiner Hof getreten sei; in Borg soll nach demselben zu- verlássigen Gewáhrsmann eine stattliche Kirche gestanden haben; ein Reisen- der, der im vorigen Jahrhundert in dieser eingekehrt und eingeschlafen war, sah, wie die Toten in verblichenen Gewándern in die Kirche kamen, wie sich der Priester Stola und Cingulum anlegte und eine Messe feierte, eine so- genannte draugamesse. Ein Fischer hatte ögmundur endhch erzáhlt, daJ3, als vor wenigen Jahren auf dem See ein Boot vom Sturm gekentert war und 96
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