Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Qupperneq 55
einige Mánner verungliickt waren, die Ertrunkenen im Winter an kand
gekommen waren, die Kleider iiberm Arm, und die erwáhnte Fischerhiitte
aufgesucht hátten, dann aber verschwunden wáren (vgl. die áhnliche Ge-
schichte Laxd. s. K. 76 = Thule VI, 227).
Nach meiner Ansicht ist der Langivatnsdalur fiir Touristen und Islánder
vorziiglich als Sommerfrische geeignet, auch fiir Geologen ein trefflicher
Stiitzpunkt. In einem Bergabhang hier vermaB Thoroddsen eine Reihe von
Basaltdecken, die durchschnittlich eine Máchtigkeit von 7—8 m besafien,
entdeckte auch kleinere Funde von Surtarbrandur. Auf den Gebirgen
hier ist das Land mit erratischen Blöcken iibersát (Thoroddsen, Island,
Grundrifi der Geographie und Geologie, Gotha 1906, S. 246, 261,
263, 327)-
2. VOM T?ORSKAFJÖRÐUR NACH STAÐUR í GRUNNA VIK
Um vom Fangivatnsdalur nach dem langgestreckten, schmalen Fangár-
dalur und von da nach dem Hvammsfjörður zu gelangen, mufiten wir das
Sópandaskarð passieren. Obwohl es nur 377—336 m hoch ist, ist der Auf-
stieg steil und schwierig; wir kletterten links vom FluB auf sehr schlechtem
Wege empor und gebrauchten bis zum Abstieg zwei Stunden, wovon wir mehr
als i1/^ Stunde die Pferde fiihren muBten. Dann galoppierten wir durch
das flache, grasreiche Tal statt nach Harrastaðir nur bis Seljaland und fanden
hier einfache, aber behagliche und reinliche Unterkunft.
Uber 'Asgarður und 'Olafsdalur gelangten wir von Reykjavík am 8.Tage nach
dem Aufbruch nach dem Þorskafjörður, genauer nach dem reichen Hofe
Bær í Krókfirði, und jetzt endlich begann fiir mich Neuland — es ist vom
Þorskafjörður bis Kirkjuból dieselbe StraBe, die Islands Kartograph Björn
Gunnlaugsson 1843 gezogen war (Thoroddsen, Landfræðissaga 'Islands. Kop.
1902/04, III, 316). Auf meiner zweiten Reise war ich von Reykhólar iiber
die Kollabúðaheiði nachHrófberg am Steingrímsfjörður geritten, wohin ich
bei der Riickkehr vom Nordkap wiederzukommen gedachte (Mein Island
III, 165—174). Diesmal ritt ich zwar auch rings um den von Schwánen
■wimmelnden Gilsfjörður, aber vom Berufjörður, hinter dem die schnee-
bedeckte Pelzkappe des Snæfellsjökull und dann sein ganzer schimmernder
Hermelinmantel leuchtend auftauchten, fiihrte der Weg durch öde Heide
an zwei Seen voriiber nach dem nördlichsten Winkel des Þorskafjörður1, auf
1 Auf den Karten wird zwischen Þorskafjarðarheiði und Steingrímsfjarðarheiði unter-
schieden. Die Bewohner dieser Gegend kennen nur den zweiten Namen. Der Reise-
bericht zeigt, daB der Weg vielleicht iiber die Ausláufer der Þorskafjarðarheiði filhrt,
daB aber eine genaue Trennung unmöglich ist. Thoroddsens Island bezeichnet das
ganze Hocliland siidlich vom Drangajökull mit einem Namen Steingrímsfjarðarheiði
(s- U5).
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