Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Page 57

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lange Stangen errichtet, Wegweiser, zuweilen vier nebeneinander. Der Weg ist nicht schlecht, gleichwohl dauert es 4 Stunden vom Þorgeirsdalur an, bis man das Sæluhús erreicht, eine steinerne Hiitte inmitten wusten Gerölles: unten ist der Raum fúr die Pferde, oben ist ein kleines Gelafi mit einem Fenster, das aber zerbrochen war, und einem Ofen — armer Postreiter, wenn er hier im Winter tibernachten und das Ende eines Schnee- sturmes abwarten muI3! Aber hinter dem Postháuschen hört der Schnee keineswegs auf. UnermeBlich dehnen sich die Schneefelder vor uns, und das ist wirklich etwas, was der Tourist im Hochsommer in Deutschland nicht haben kann, stundenlang so durch Schnee zu reiten, Schneeberge zu den Seiten. SchlieBlich taucht der Drangajökull vor uns auf, bleischwarz zeigt sich das Eismeer, umgeben von Bergen mit Schneeklecksen bis zum FuJ3e herab. Kleine Wasserfálle streben mitten durch den Schnee, und ein paarmal mtissen wir tiber Schneebrticken und silberne Eisbáche springen, was die islándischen Pferde bekanntlich nur ungern tun. Lichter, blauer Himmel wölbt sich tiber uns; obschon die Uhr auf Abend weist, strahlt die Sonne noch hell und warm und löst den Schnee in lockeren Schlicker. Wir dachten, dieser Tag allein sei schon die weite Reise wert — wie konnten Wir ahnen, daJ3 alles nur ein schwacher Vorgeschmack von viel gröJ3eren Herrlichkeiten sein sollte! Auch nur eine Kostprobe von den Abstiegen, die wir spáter zu bewáltigen hatten, war der nach dem Uangidalur, und damals wáhnten wir wunder was geleistet zu haben, als wir das vom Wasser Utnrieselte Geröll hinunterrutschten. Zehn Stunden nach dem Aufbruch Von Bær erreichten wir die Stelle, wo sich der vom Steingrímsfjörður aus- gehende Weg tiber das Hochgebirge mit unserer Strecke kreuzt, die nun- öiehr eine Weile zur leidlichen PoststraBe geworden ist1; wir gebrauchten ^ber noch mehr als 2 Stunden, bis wir in schlankem Trab durch das schmale, grtine, wenn auch sumpfige Tal unser Ziel, den Iíof Kirkjuból, erreichten. Siebenmal muJ3ten wir dabei die Eangadalsá tiberschreiten, am tiefsten war S1e bei dem Hofe Bakkasel. DaJ3 man an beiden Orten keine Auslánder kannte und darum wenig zuvorkommend war, habe ich frtiher erzáhlt Ofitt. XVI, 53). Ftir diese barsche BegrtiJ3ung wurden wir reichlich durch ^ie geradezu ftirstliche Aufnahme entschádigt, die wir am náchsten Tage bei Kaufmann'Olafur Pálsson in Arngerðareyri fanden; wir wurden herz- lich gebeten, bei ihm 3 Tage zu bleiben, um uns von den erlittenen Strapazen Zu erholen und uns wie die Pferde ftir die kommenden zu stárken. Dies lst eine kleine Handelsniederlassung mit 20 Einwohnern an der Ostseite ^es 'Isafjörður, des innersten Teiles des 'Isafjarðardjúp, 1*4 Stunden von Unserem letzten Quartier Kirkjuból entfernt. Nicht nur tiber den weiteren Hier sind wir aiso bestimmt auí der Steingrimsfjarðarheiði (vgl. S. 35, Anm.j. 99
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