Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 60

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Die Entfernung von Unaðsdalut bis Staður í Grunnavik, dem Ausgangs- und Endpunkt unserer Dampferexpedition nacb dem Nordkap, betragt 12 Stunden. Da ich diesen Weg und den Pfarrhof bereits fruher ausfiihrlich beschrieben habe, sei auf unsere Mitteilungen XVI, 54. 55 verwiesen. 3. VON STAÐUR í STEINGRIMSFIRÐI ZURÚCK NACH DEM 'ISAFJÖRÐUR 1. Mit unserer Ankunft in Staður í Steingrímsfirði hatte der Besuch der Hornkiiste sein Ende erreicht1; es galt jetzt nur noch, nach Kirkjuból am 'Isafjörður zuriickzukehren, um iiber die Gláma die Barðastrandar- sýsla entlang den Heimweg nach Reykjavík anzutreten. Der Pfarrhof Staður í Steingrimsfirði, eine Stunde von dem gefiirchteten Gletscher- flufi Selá entfernt, der aber fiir geiibte Reisende keine Schwierigkeiten bietet, liegt am innersten Ende des Staðardalur (friiher Ljótárdalur ge- nannt, Njala 12, 14) und ist der geeignete Ausgangspunkt fiir Úberquerungen der Steingrímsfjarðarheiði. Der Weg bis Kleppastaðir, dem letzten Hofe des ziemlich langweiligen Tales, dauert einundeinehalbe Stunde. Hier nahmen wir einen Fiihrer, der uns versprach, uns in genau 4 Stunden iiber die Heide nach Bakkasel zu bringen. Der Aufstieg ist nicht besonders steil, nach 1 Stunde ist das Hochplateau erreicht. Es ist öde und steinig, schwach gewölbt, die Aussicht ist anfangs nichtssagend, nur Berge und Táler in gleicher Höhe; erst spát hatten wir einen Blick auf die sonnen- durchgliihten Schneeberge an der Eisbuchttiefe und zur Rechten auf den Drangajökull, von dem wir uns immer mehr entfernten; die Abschieds- stunde von ihm riickte immer náher; aber die Gláma, sein Nebenbuhler, der ihn ablösen und unser Ziel fiir die náchste Zeit sein sollte, war noch niclit zu bemerken. Grohe Schneefláchen bedecken das Hochland, namentlich auf der östlichen Seite. Kein Schaf begegnete uns; kein diinnes Vogel- stimmchen piepte in der feierlichen Stille; nur das Sattelzeug knirschte, die Hufe klirrten gegen die Steine, die Gáule schnoben und prusteten. Mitten durch das entsetzlichste Felsgeröll, dann iiber Sumpf und Morast, der meist von einertriigerischenSchneedeckeverborgen und bedeckt war, fiihrte ein abkiirzender Weg, der sogar nur wenigen Bauern der Umgegend be- kannt ist. Plötzlich befanden wir uns auf der Poststra.Be, die von der Þor- skafjarðarheiði durch den Eangidalur nach Arngerðareyri geht, galoppierten im Halbdunkel wie die wilde Jagd durch das lange, feuchte Tal, rasten iiber die vielfachen Windungen des Flusses dahin und machten kurz vor 1 Gern hatte ich den Úbergang vom sudlichen Reykjarfjörður iiber die Trékyllisheiði nach Staður í St. hier angeschlossen; aber da der Raum naturgemaC beschrankt ist, muB ich darauf fur diesmal verzichten. Sollten sich Nachtrage und Erweiterungen als erwúnscht erweisen, so öffnen mir die Mitteilungen vielleicht noch einmal ihre Spalten. 102
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