Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Page 64

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ich mit AðalsteinnTryggvason, dem Bauern auf Jórunnarstaðir, einem der obersten Höfe, dafi er uns auf diesem Wege soweit begleitete, wie es zu Pferde ging. Wir blieben die Nacbt bei ihm und ritten am anderen Tage los. Nach etwa 2 Stunden Ritt vom innersten Hofe, Hólsgerði, kamen wir an die Stelle, von der es hiefi, weiter ginge es nur zu FuJ3. Da sagte Aðal- steinn: „Wir können doch nocb weiter reiten." So kamen wir in das schmale Ende des Tales und liefíen die Pferde auf der letzten Weide zuriick; Aðal- steinn begleitete uns auf den Rand des Hochlandes, weil ihm nun daran lag, zu sehen, wie es oben aussah und weiterging. Zu seiner Úberraschung fanden wir oben ein moosiiberwachsenes, eingefallenes Steinmal und sahen nach Sudsudost weitere in gerader Rinie, die wahrscheinlich zum Kiðagil fiihrt, der Hauptetappe auf dem Nordteil des Sprengisand-Weges, das nach den Karten nur etwa 2 Reitstunden von hier liegt. In alter Zeit hat demnach ein Weg aus dem Eyjafjörður ins Kiðagil geftihrt und muB viel gebraucht sein, sonst hátte man ihn nicht gezeichnet. Er wird den inneren Eyjafjörður sowohl mit dem Hauptwege tiber den Sprengisandur (statt des heute tiblichen Umweges tiber den Vátnahjalli) wie mit dem Króksdalur (der inneren Fortsetzung des Bárðardalur) verbunden haben, der frtiher bis nahe ans Kiðagil besiedelt gewesen ist. Der alte Hjálmar hatte mir gesagt, er hátte einmal gehört, hier oben wáren alte Steinmale, aber die jtingeren Ueute wufiten nichts mehr davon. Wir bauten das erste Steinmal wieder auf, rechneten die Richtung zum Daugafell aus (Stidstidwest), das noch von einer hohen Bodenwelle verdeckt wurde, dann kehrte Aðalsteinn um und wir gingen weiter. Das Gelánde war stark gewellt, sehr steinig und völlig pflanzenlos. Von der ersten Bodenwelle sahen wir das flach gewölbte Uaugafell und rechts von ihm den steilen und spitzen Lauga- fellshnúkur1, hinter ihnen dieVorberge des Hofsjökull und seine Eishánge. Nach 3% Stunden strammen Marsches waren wir an der heifien Quelle, die in einer breiten, grasigen Senke nordwesthch vom Uaugafell mitten in einem kleinen Bache entspringt. Dort blieben wir die Nacht in Schröters kleinem Zelt. Am anderenTage ging ich tiber den eigentlichen Sprengisandur. Schröter begleitete mich bis auf das Daugafell, auf das ich stieg, um das Gelánde zu tibersehen und mir den besten Weg auszusuchen. Mein Richtungspunkt war der Rand desHofsjökull fern im Stiden, doch zwang mich die Hnúks- kvísl, die weit stidlich vom Daugafellshnúkur aus dem Hofsjökull kommt (viel stidlicher als auf den Karten) und zwischen diesem Berg und dem 1 Das Laugafell lieiBt auf der Karte von Bruun Laugafellsalda, der Laugafellshnúkur dagegen Laugafell. Ich gebrauche liier die im Eyjafjörður xiblichen Namen, die wahr- scheinlich die richtigen sind. 106
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