Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 84

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allein mochte noch das „Mutterland" Dánemark einiges Interesse an einem regelmáfiigen Verkehr mit seinem „Nebenland" haben; aber auch hier beschránkte sich das Interesse auf gewisse Zeiten, wie etwa nach 1848, wo die nicht endenwollenden Verfassungskámpfe zwischen beiden Dandern anhoben, oder nach 1874, 1904 und 1918 als den dreijahren, wo diese Kámpfe in der Schaffung einer neuen Verfassung den Höhepunkt erreicht hatten.- So ist es also wohl kein Zufall, wenn nach 1874 die Dampferverbin- dung zwischen Dánemark und Island einigermafien geregelt wurde, wenn nach 1904 das langersehnte Kabel endlich gelegt wurde, und wenn schliefi- lich nach 1918 der Seeverkehr mit dem festlándischen Europa weiter ausgedehnt wurde. All diese Fortschritte mochten bescheiden genug sein; kein Zweifel sogar, dafi sie zeitweise viel zu spát kamen, um den islándischen Interessen richtig dienen zu können. Aber immerhin, sie kamen — und das war die Hauptsache. Jahrzehntelang — eigentlich bis in unsere Tage hinein — sind zwei dánische Schiffahrtsgesellschaften die fast alleinigen Tráger des gesamten Seeverkehrs gewesen: „Thore" und „Forenede Dampskibs Selskab" in Kopenhagen. Dafi sie — sozusagen im Vorbeigehen — gleichzeitig den Verkehr mit Schottland (Deith), den Fáröern und Westmánnerinseln zu bedienen hatten, trug weder zur Beschleunigung noch zur Verbilligung des Durchgangsverkehrs bei. Beide Gesellschaften wurden weitgehend staatlich unterstutzt, weil bei der geringen Verkehrsdichte eine Renta- bilitát so gut wie ausgeschlossen sein mochte: „Thore" von Island mit jáhrlich bis zu 60 000 Kronen, „Forenede" von Dánemark mit 40000 Kronen. Dazu kam eine Reihe Kiistendampfer, die vor allem Reyk- javík mit den östlichen und nördlichen Kxistenplátzen verbanden. Die Reisedauer Kopenhagen — Reykjavík betrug rund zwei bis drei Wochen, die Reisegelegenheit konzentrierte sich naturgemáfi hauptsáchlich auf die Sommermonate, wo sie ein- bis zweimal im Monat durchschnittlich geboten wurde. Nur sehr unregelmáfiig geschahen auch direkte Fahrten Hamburg — Reykjavík durch deutsche Unternehmer. Nach 1918 ist in alledem manches anders und besser geworden. Vor allem besitzt Island heute selbst eine Schiffahrtsgesellschaft, ,,Eim- skipafjelag", die 1928 fiinf Dampfer in Dienst stellte und mit Kopenhagen 68, mit Hamburg 40 Fahrten ausfiihrte. Dazu kamen 44 Fahrten der „Forenede" Kopenhagen — Island und 24 Leith — Island; von der neuer- dings eingerichteten regelmáfiigen Verbindung Bergen — Reykjavík ganz zu schweigen. Der Fahrpreis Kopenhagen — Reykjavík betrágt zur Zeit 135 Kronen zuziiglich 8 Kronen fiir tágliche Verpflegung. 120
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