Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 13

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1930, Side 13
Reden den Bericht so stark iiberwiegen. Hier waltet nur nebenbei die Komik des sinnlichen Bildes (das klágliche ÁuBere des Alten, der insgeheim der Uberlegene ist): im groJ3en ruft das Geistige, eine fein gesponnene Intrigue, die Heiterkeit beim Hörer hervor. In gewissem Sinne ist es Charakterkomik: der Held ist der Unscheinbare, der wider alles Erwarten die Herren ins Netz kriegt; und diese Gegner entpuppen sich zeitweihg in ihrer Schábigkeit. Aber lácherliche Figuren, wie die eben besprochenen, haben wir in der Ofeigssaga nicht. Das Komische liegt hier recht eigentlich in der Fabel, und deren Geriist sind Wechselreden und Ansprachen. Der Verfasser tritt nirgends vor (wie in der ersten Art): er hat seinen Witz völlig den handeln- den, d. h. redenden Gestalten zugewiesen. Satire wird man höchstens in dem Mafie der Uokasenna empfinden: wir lachen uber sittliche Gebrechen, aber spiirenkeinen Erzieherwillen. Der Blick fiir dasUnheldische, Kleinliche ist auch hier eine Hauptsache, und er kann sich in dieser zahmeren Gesellschaft der Epigonen anders ausleben als unter den hochgemuten Háuptlingen der eigentlichen Sagazeit. Die erniedrigte Lebensstimmung erweist sich hier wie anderwárts dem Humor giinstig. Denn Töne des wahren Humors im friiher bezeichneten Sinne wird man dem staunenswert reichen Register dieses Schwankdichters zuerkennen. Y. PÓRSDRÁPA DES EILÍFR GUÐRÚNARSON Úbersetzt von Felix Niedner Diese Nachdichtung der Thórsdrapa unterscheidet sich von meiner Úber- tragung im 20. Thulebande durch gröííere Freiheit in der Behand- lung von Inhalt und Form. Inhaltlich sind Deutungsvorschláge von Ernst A. Kock und Ivar Lindquist aus deren bekannten Arbeiten, namentlich solche des ersteren, diesmal weitgehend verwertet. Die Strophenfolge ist die Finnur J ónssons. Nur wechseln Strophe 11 und 12 die Plátze, Strophe 20 tritt hinter Strophe 14, und die beiden Halbstrophen 16 und 21 dort sind hier zur SchluBstrophe 20 vereinigt. Formell ist namentlich die Úberfiille der dichterischen Umschreibungen des Originales hier sehr frei gehandhabt und sehr eingeschránkt. Beibe- halten sind dagegen die skaldischen Stab- und Binnenreime. Als Strophen- form wurde diesmal das achtzeilige und achtsilbige skaldische Hrynhent zugrunde gelegt.
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